Editorial Januar 2018

Opernwelt - Logo

Irgendwann konnten sie nicht mehr stillhalten. Irgendwann mussten die Spatzen die Schnäbel öffnen. Und ein Pfeifkonzert anstimmen, das weit über Münchens Dächer hinaushallte. Mit einer Botschaft, die zwar noch nicht vertraglich besiegelt ist, aber doch ins Schwarze trifft. Kurz und gut: Aus dem Bayerischen Kultusministerium verlautet, dass Serge Dorny und Vladimir Jurowski 2021 die Leitung der Staatsoper übernehmen sollen. Bei Redak­tionsschluss dieser Ausgabe standen die Verhandlungen offenbar kurz vor dem Abschluss.

Nachdem Andreas Homoki (Oper Zürich) und Barrie Kosky (Komische Oper Berlin), die lange als Favoriten für den Intendantenjob an Deutschlands bestausgestattetem Opernhaus gehandelt wurden, wie auch der von Münchens Presse zum Wunschkandidaten für das Amt des GMD erklärte Antonio Pappano (Musikchef an Londons Covent Garden und des römischen Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia) abgesagt hatten, war der Weg für Dorny und Jurowski frei. Dass die Latte nach den, im Ganzen gesehen, überaus erfolgreichen Jahren unter Nikolaus Bachler und Kirill Petrenko hoch liegt, dürfte den designierten Nachfolgern bewusst sein. Längst werden sie in den Gesprächen mit Toni ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2018
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Schokobonbons aus Bergamo

«Donizetti200» heißt das Projekt, das die zweite Ausgabe des neuen Vorzeigefestivals der Stadt Bergamo unter der gemeinschaftlichen Ägide des Künstlerischen Leiters Francesco Micheli und der Fondazione Donizetti ins Leben gerufen hat. Sein Konzept: Bis zum Jahr 2044 soll alljährlich eine Oper des Komponisten zur Aufführung gelangen. Ein ambitioniertes Unterfangen,...

Erbarmungslos

Es sollte ein Festakt zum 500-Jahre-Jubiläum der Reformation in Budapest werden. Es wurde eine (von den um einen Kollektivvertrag streikenden Hausgewerkschaften um ein Haar verhinderte) Premiere der Ungarischen Staatsoper. Dass der Vorhang überhaupt hochging, verdankt sich allein Szilveszter Ókovács, dessen Direktorenvertrag soeben um fünf Jahre verlängert wurde....

Doch nach den Tränen kamen die Clowns

Ja, so kann Liebe klingen: deftig, deutlich, drastisch. Jedenfalls bei Richard Strauss, im «Rosenkavalier» von 1911. Sechs Jahre später findet der Komponist der Dringlichkeit einen Nachahmer: Alexander Zemlinsky. Gleich im ersten Takt der «Florentinischen Tragödie» setzt ein erotisches Peitschen ein, dass die Verschlingung zweier Körper mit glühendem Appassionato...