Editorial Februar 2013
Jetzt ist es also heraus, ein bisschen früher als erwartet, aber nicht unerwartet: Simon Rattle hört bei den Berliner Philharmonikern auf. Fünf Jahre macht er noch den Chef, dann ist Schluss. Wenn sich Rattle 2018 zurückzieht, ist er fast 64 und wieder ein freier Mann. 16 Jahre lang wird er dann bei den Berlinern den Ton angegeben haben (davor, bei «seinem» City of Birmingham Symphony Orchestra waren es sogar 18 Jahre). Das muss reichen, mehr kann er in Berlin nicht erreichen.
Bei aller Freude über den erfolgreichen Kommunikator, der die Kapelle Furtwänglers und Karajans mit Education-Programmen, Crossover, Brit-Moderne und Strawinsky-Groove (Rhythm Is It!) für die Zukunft fit machte, wurde hinter den Kulissen über die Programme und Exegesen des burschikosen Maestros auch gern gemosert. Andererseits: Die Berliner ticken wie die Wiener; selbst wenn es blendend läuft, es gibt immer was zu mäkeln. Das hat schon Claudio Abbado, der Schweigsame, nach ein paar Ehejahren zu spüren bekommen. Erst als das Ende der Verbindung nahte, blühte die Liebe wieder auf. Heute wird er wie ein Heiliger verehrt. Warum sollte nicht auch Rattle, der Mitteilsame, vom Scheideweg profitieren? Mal sehen, wie ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch & Albrecht Thiemann
Der größte Jubel gilt in dieser Eröffnungswoche nicht der Kunst, sondern dem Geld. Als Hans Peter Haselsteiner ans Rednerpult tritt, kann er nicht anfangen. Um ein Haar hätten sich alle sogar von den Plätzen erhoben. Als Dank für einen, der 20 der insgesamt 36 Millionen Euro Baukosten bezahlt hat, der mit seinem Privatvermögen von über einer Milliarde auch den...
Aus den Ohren, aus dem Sinn. Gustav Walter, Heinrich Pflanzl: zwei Sänger, Tenor der eine, Bass der andere, Ersterer in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts tätig, der andere in den ersten sechs Jahrzehnten des zwanzigsten, beide zu Lebzeiten angesehen und danach fast vergessen. In den großen deutschen Sängerlexika kommen die beiden nur marginal vor;...
Herr Pirgu, Sie stammen aus Albanien. Nicht unbedingt das Land der Oper schlechthin!?
Bei uns war immer nur Diktatur.
Aus anderen kommunistischen Staaten sind viele Sänger hervorgegangen.
Aus Albanien kommen nur Geiger. Unser System war so. Schon in die Kindergärten wurden Mitglieder einer Kommission geschickt, um Talente auszusortieren. Ich war sechs Jahre alt, als...
