Editorial Dezember 2018

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Erkenntnis fällt nicht vom Himmel. Und gilt selten für die Ewigkeit. Weil die Dinge im Fluss sind. Wer verstehen will, sollte Kopf und Sinne in Bewegung setzen, sich öffnen für das Unvertraute, Unvorhersehbare. Und vor allem: das Gespräch suchen, fragend, forschend, ohne Scheuklappen. Zuhören, genau, geduldig, wägend – das ist eine Kunst, die wir zu verlernen drohen, wenn sie nicht immer wieder neu geübt wird. Wahrheit entsteht im Dialog, das wussten schon die antiken Sokratiker. Im kontinuierlichen Austausch von Argumenten und Erfahrungen, auf Augenhöhe, dem Anderen zugewandt.

Das ist anstrengend – und zugleich beglückend. Weil sich, im besten Fall, in diesem Prozess unser Blick auf die Welt schärft, wir Gedanken, Emotionen, Erklärungen wahrnehmen, die vorher ausgeblendet waren.

Musiktheater ist Dialogkunst, komplexe Kommunikation. Es steht und fällt mit der Qualität der Verständigung. Ohne präzise, zugleich flexible Abstimmung zwischen Solisten und Musikern, Regie und Technik, Leitung und Verwaltung liefe jede Aufführung aus dem Ruder. Und ohne ein engagiertes, Oper als Diskurs über die großen Lebensfragen begreifendes Publikum liefe alle Bemühung ins Leere. Das erfreulich ...

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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann

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