Editorial
Zu den heimlichen Herrschern der Opernszene gehören sie nicht. Noch nicht? Bis vor wenigen Jahren waren Sponsoren kein wirklich großes Thema für unsere Opernhäuser. Das hat sich geändert. Die Bayerische Staatsoper zum Beispiel konnte ihre Sponsoreneinnahmen seit 2001 um das Fünffache erhöhen. Und dies ist nur ein besonders signifikantes Beispiel. Je mehr sich der Staat aus der Verantwortung für Kultur stiehlt, desto mehr wächst die Rolle privater Geldgeber – bei denen es solche und solche gibt. Sponsoren sind weder Spender noch Mäzene.
Sie erwarten von der Oper, die sie unterstützen, eine Gegenleistung. Das kann ein Essen auf den Brettern sein, die dann für ein paar Stunden die Welt einer Firma bedeuten. Es kann die Fassade des Opernhauses sein, die bei Premieren mit einem Logo bestrahlt wird. Es soll auch schon Touristen gegeben haben, die die Dresdner Semperoper für ein Brauereigebäude gehalten haben...
Natürlich macht sich kein Sponsor für die Betriebskosten eines Opernhauses stark. Unterstützt wird, was Marketingeffekt bringt und Profilgewinn verspricht. So klinken sich Sponsoren automatisch bei jenem kleinen, heiklen Teil des Opernetats ein, der als einziger flexibel ist: dem ...
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Schön war er beileibe nicht, wenn man der von der Fondazione Giorgio Cini in Venedig aufbewahrten Zeichnung von Marco Ricci glaubt: Ein großer Körper mit zu kleinem Kopf, fettleibig und froschgesichtig, posiert er mit Helm und Federbusch. Der Alt-Kastrat Francesco Bernardi (ca.1680-1759), der sich nach seiner Geburtsstadt Siena «Senesino» nannte, war neben seinem...
Als ich ihm nach der Premiere von «Die Liebe der Danae» an der Bayerischen Staatsoper 1988 gratulieren wollte, grinste er nur und winkte ab. Der Pollux, das sei eine Witzfigur und keine richtige Partie. Ganz realistisch war James King in seiner Selbsteinschätzung, und er konnte sich darüber amüsieren, dass diese Strauss’sche «Heitere Mythologie» eigentlich eine...
August von Kotzebue siedelt in seiner Politsatire «Die deutschen Kleinstädter» (1803) das deutsche Spießbürgertum in «Krähwinkel» an. Wer keinen Titel hat, gilt hier nichts. Pavel Eisner hat nach diesem Stoff dem sudetendeutschen Komponisten Theodor Veidl (1885 geboren in Westböhmen, bei Kriegsende als Deutscher interniert und 1946 im KZ Theresienstadt umgekommen)...
