Duftig zündend
Es geht wieder einmal um eines seiner Lieblingsthemen: um Emigrantenschicksale, um Verbannung und Heimkehr. Wie bereits in «Semiramide», in «Emma di Resburgo», «Margherita d’Anjou» oder «Il crociato in Egitto» behandelt Meyerbeer auch in «L’esule di Granata» einen in seiner Motivik vertrauten Stoff: Almanzor, Herrscher von Granada, ruft die verbannten Abenceragen zurück.
Das am 12.
März 1822 in Mailand uraufgeführte und auf einem Libretto Felice Romanis basierende Werk hatte nicht den gleichen Erfolg wie die drei Jahre zuvor in Venedig vorgestellte «Emma» und konnte sich nicht lange auf der Bühne halten. Meyerbeer-Biograf Reiner Zimmermann bezeichnete «L’esule» einmal als einen «‹Steinbruch› für spätere Werke», da beispielsweise die von der Harfe begleitete, hinter der Szene gesungene Gebetszene in Form eines Knabenchors in «Le Prophète» wiederkehren sollte; andere Passagen übernahm Meyerbeer in «Dinorah» und «L’Africaine».
In der Reihe «Opera Rara» – wo sonst? – ist dieses «Melodramma in due atti» nun als CD erschienen. Den Hörer erwartet ein ausgeglichen harmonisches Ensemble, keine Vordrängler, kein Ausfall. Mirco Palazzi in der Rolle des vertriebenen Herrschers Sulemano singt ...
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Das Bühnenbild von Hans Dieter Schaal spielt auf höchst originelle Art mit der Doppelbödigkeit des Stoffs: Die linke Bühnenhälfte zeigt mehrfache Verglasung und ein blendend weißes Stiegenhaus. Das Innere eines modernen Gebäudes, einer psychiatrischen Klinik vielleicht. Rechts hat Paul, die Hauptfigur, in seiner fetischistischen Trauer um seine verstorbene Frau...
Gut fünfzig Jahre liegen zwischen diesen beiden «Zauberflöten»: Auf der einen Seite Joseph Keilberth, dessen im Dezember 1954 entstandene Aufnahme in eine Zeit fällt, als es vor Neueinspielungen dieser Oper nur so wimmelte. So wundert nicht, dass auch für seine WDR-Produktion zum Teil jene Sänger zur Verfügung standen, die bereits zuvor unter anderem auf den...
Der Beginn gehört Brünnhilde allein. Leise, auf Zehenspitzen stiehlt sie sich im Dunkel der Nacht zwischen den vier turmhohen, fast schon leer geräumten Regalen einer in Auflösung begriffenen Bibliothek hindurch und beginnt zu lesen, noch bevor im Orchestergraben die Tiefen des Rheins überhaupt zu sprudeln beginnen und der urzeitliche Mahlstrom die ersten...
