Dissonanzen im Märchenwald
«Werkraum-Theaterlabor» steht an der Tür im Freiburger Theatercafé. Das klingt nach Experiment und nach Spannung. Hier, auf dieser kleinsten Bühne des Freiburger Theaters, ist in der letzten Spielzeit «Der unglaubliche Spotz» vom Verein «indieoper» uraufgeführt worden – ein Stück von Mike Svoboda und Manfred Weiß, das inzwischen auch in Stuttgart und Augsburg zu erleben war. Das «Werkraum-Theaterlabor» ist das Zentrum der umfangreichen Kinder- und Jugendarbeit, die mit der neuen Konzertpädagogin Katharina Mohr am Freiburger Theater weitere Impulse erhält.
Hier gibt es keine klare Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum – ganz nah sind die jungen Opernbesucher beim Geschehen mit dabei.
Georges Aperghis’ 1985 komponiertes Musiktheater «Rotkäppchen» ist keine leichte Kost. Das nach der Urfassung erzählte Märchen von Charles Perrault, bei der die Großmutter und Rotkäppchen im Bauch des Wolfes ihr Leben lassen, wird nicht kontinuierlich erzählt. Immer wieder werden Textelemente wiederholt und die Sprechrollen in stets neuen Konstellationen auf sechs Instrumentalisten verteilt. Die Spannung wird gebrochen, die Perspektiven wechseln.
Auch die Musik ist für die Kinder gewöhnungsbedürftig ...
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Im 19. Jahrhundert musste man die Legende der Genoveva niemandem lang erklären. Die Geschichte jener Frau, die von einem zurückgewiesenen Verehrer fälschlich der Untreue bezichtigt und vom vermeintlich betrogenen Ehemann zum Tode verurteilt wird, gehörte zum literarischen Gemeingut des Biedermeier und der Romantik. Ludwig Tieck hatte den Stoff 1800 zu einem...
Die Saarbrücker Generalintendantin Dagmar Schlingmann hat für ihre Inszenierung von Rossinis «Barbier von Sevilla» an der Commedia dell’arte Maß genommen. Herausgekommen ist allerdings wenig mehr als eine müde Posse. Originell geriet der Beginn, wenn Almavivas Ständchen auf die von ihrem Vormund Bartolo unter Verschluss gehaltene Rosina vom karikierten Auftritt...
Adorno hat seine Kritik an Wagners Musik in eine dialektische Volte verpackt: Die Leitmotivtechnik mit ihrer Statik bilde die Kehrseite von Wagners «unendlicher Melodie». Insbesondere der «Götterdämmerung» warf Adorno vor, sie schleppe eine ganze «Armatur von Leitmotiven» mit sich herum; damit seien musikalischer Fluss und die Chance zur wahren Entwicklung...
