Die Theatermacher sitzen vor der Bühne

Nikolaus und Philipp Harnoncourt bringen in Graz Mozarts «Idomeneo» heraus |

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Bevor wir «Idomeneo» in der Helmut-List-Halle hinter dem Grazer Hauptbahnhof besuchen, schauen wir im Kunsthaus Graz vorbei, der extraterres­trischen blauen Spenderniere am rechten Murufer. In der Ausstellung «Work and Play» zeigt dort der Foto- und Videokünstler Hans van der Meer bis Ende August Amateur-Fußballer Europas beim Spiel. Eine der Video-Szenen konzentriert sich auf einen Tormann beim Abstoß: grandiose Pose beim Anlauf im Halbkreis, dann mit gesteigerter Schrittfrequenz energisch auf den Ball zu. Schuss? Nein, ein Schüsschen, vielleicht zehn Meter weit. C’est la vie.

Den langjährigen Beobachter der Opernszene erinnert dies an manche Epigonen der Musiktheaterregie, denen es ähnlich erging wie dem Tormann in jenem Clip.
Dirigenten haben solche Missver­hältnisse von (interpretatorischem) Anspruch und Ergebnis schon mal zum Vorwand genommen, sich selbst in den Regiestuhl zu hieven. Unbeeindruckt von der Tatsache, dass das Brennglas der Inszenierung bei gutem Gelingen eine zusätzliche, fruchtbare Perspektive auf ein Stück wirft, wollten sie «auf der Bühne das sehen, was sie dirigieren», wie Vorreiter Herbert von Karajan es ausdrückte. Nikolaus Harnoncourt beschränkt diese ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Gerhard Persché

Vergriffen
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