Die Möglichkeit der Liebe

Brüssel, Verdi: La forza del destino

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Arme Donna Leonora di Vargas: Ungeheuerlich die Macht des Schicksals, die an ihrer Seele frisst. Vom kleinen «h» hinauf bis zum zweigestrichenen «H» reicht das Leidpotenzial, das Verdi der weiblichen Hauptfigur seines Melodramma «La forza del destino» in die Partitur hineingeschrieben hat. Was die Angelegenheit verkompliziert, ist die Tatsache, dass sich innerhalb der Tessitura nicht eben selten Sprünge finden, die den kurven­reichen Leidensweg dieser vergeblich liebenden Frau in Musik fassen.

In wenigen Momenten schwankt das Gefühl der Leonora vom Zu-Tode-betrübt-sein bis zur himmelhoch jauchzenden Freude.
In Brüssel ist Eva-Maria Westbroek diese Leonora. Sie gibt ihr Rollendebüt als Don Alvaros (keusche?) Gespielin. Liest man das Libretto von Francesco Maria Piave, man könnte ins Grübeln geraten über die Frage, wer diese Frau eigentlich ist, die den Weg aus der irdischen Verdammnis zum religiösen Unschuldsfeld so kühn beschreitet. Sieht und hört man Eva-Maria Westbroek, ist die Frage rasch beantwortet. Ihre Leonora mag verzweifelt sein aufgrund der tragischen Ereignisse um sie herum, doch unentschlossen ist sie nie. Sie wählt den Weg in die Einsamkeit der Einsiedelei bewusst. Die ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Jürgen Otten

Vergriffen
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