Die Ironie der Geschichte

Späte Wiederentdeckung eines lange verpönten Spätentwicklers: Anmerkungen zum jungen Janácek-Festival in Brno

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Der Eiserne Vorhang hat die Teile der einstigen Donaumonarchie noch gründlicher getrennt als der Frieden von 1918. Österreich orientierte sich 1945 westlich, wirtschaftlich wie kulturell. Eine Wiedervereinigung der Kronländer der Monarchie wird es nicht geben. Doch Österreich und seine slawischen Nachbarn sind einander wieder näher gerückt. Jetzt erinnert man sich etwa, dass Brünn/Brno gerade eine gute Autostunde von Wien entfernt ist.

Als 2004, zum 150. Geburtstag von Leoš Janácek, ein Festival in Brünn organisiert wurde, war das ein einmaliges Ereignis.

Erst 2008, als Tomás Hanus Chefdirigent der Brünner Oper geworden war, wurde – in weiser Einschätzung begrenzter Kräfte und Finanzen als Biennale – ein ständiges Janácek-Festival gegründet. Hanus, der seine internationale Karriere vor allem auf dem Ruf als hervorragender Janácek-Dirigent baut, hat Brünn als Musikchef schon wieder verlassen. Nach wie vor leitet der Prager Daniel Dvorák das Národní Divadlo Brno, ein klassisches Dreispartentheater mit Oper, Ballett und Schauspiel in zwei Häusern, Musikchef ist seit September 2010 der Lübecker Dirigent und Komponist Carl Richter, Künstlerischer Direktor der Janácek-Oper wurde der 31 ...

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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Dietmar Polaczek

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