Die Hochzeit des Cherubino

Massenets Komödie «Chérubin» als Ersteinspielung aus Cagliari

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Mangelnde Originalität im Mozart-Jahr kann man dem Opernhaus von Cagliari nicht vorwerfen. Die in dem sardischen Theater entstandene Ersteinspielung von Jules Massenets «Chérubin» ist ein überraschender Beitrag zur Rezeption der da-Ponte-Opern. Cherubino erscheint in Massenets später Comédie chantée als siebzehnjähriger Bursche, der bereits etliche Liebesabenteuer hinter sich hat und mit Nonchalance als Nebenbuhler des spanischen Königs auftritt, wenn er sich an die Tänzerin Ensoleillad heranwirft.

Erfahrener als das Pendant Mozarts und da Pontes ist Chérubin allemal; unbedarft genug jedoch, um von dem Korb der Kurtisane enttäuscht zu sein.
Hat Mozarts Vorbild Massenet unmittelbar vorgeschwebt? 1901 bat er Francis de Croisset, dessen Komödie «Chérubin» mit Hilfe Henri Cains zum Libretto zu formen. Dieses übrigens erfolglose Theaterstück beschwört da Pontes Grafenpaar herauf, stellt dem Titelhelden in Gestalt des Philosophen eine eher blasse Lehrerfigur zur Seite und lässt Chérubin schließlich in den Armen der ehewilligen Nina landen. Da Pontes Barbarina lässt ebenso grüßen wie das teils namentlich erwähnte Personal des «Don Giovanni». Musikalisch ging Massenet immerhin so weit, ...

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Opernwelt November 2006
Rubrik: CDs, Seite 54
von Olaf Wilhelmer

Vergriffen
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