Die Gegenwart der Vergangenheit

Das Alte hat ihn schon fasziniert, als er noch Schüler war. Kein Wunder, Christophe Rousset kommt aus der Provence. Musikalisch sind das 17. und das 18. Jahrhundert «seine» Zeit. Lully, Rameau, Couperin & Co. – um das vorklassische Repertoire Frankreichs (und seine Quellen) kümmert sich der Cembalist und Dirigent besonders gern.

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Herr Rousset, Sie stammen aus Avignon und sind in Aix-en-Provence aufgewachsen. In der Provence stößt man überall auf Monumente der Geschichte: Pont du Gard, Papstpalast, die römische Arena in Nîmes usw. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Gegenwart der Vergangenheit in diesen Städten und Ihrer Vorliebe für Alte Musik?
Das kann man wohl sagen. Als ich zur Schule ging, unternahmen wir viele Ausflüge zu historischen Monumenten und Ausgrabungsstätten in der ganzen Provence. Das hat mich sehr fasziniert. Ich träumte davon, selbst Archäologe zu werden.

Dann gab es aber auch noch diese Cembalo-Klasse am Konservatorium in Aix...

Das Klavier fanden Sie zu langweilig?
Als ich mit dem Klavierspielen anfing, war ich zehn Jahre alt. Ich merkte bald, dass mich Stücke von Bach, Couperin oder Rameau mehr ansprachen als die romantische oder moderne Literatur. «Meine Zeit» ist das 17. und 18. Jahrhundert. Dass ich als Dreizehnjähriger ganz zum Cembalo überlief, war da nur logisch.

Hat sich auch Ihr Faible für die Oper schon während der Schulzeit entwickelt?
In der Tat. Die Eltern einiger Klassenkameraden arbeiteten für das Festival in Aix. Deshalb hatte ich nie Probleme, in die Vorstellungen zu ...

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Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Interview I, Seite 18
von Albrecht Thiemann

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