Die Furien sind da
Die Terroristin trägt Prada. Schulterfrei. Lang, in eleganten Wellen, fließt die glutrote Seide an Medeas Körper herab, schmückt sie mit majestätischer Aura. Doch wie anders ist das Empfinden der gottgleichen Zauberin. Diese Frau, in deren Leben seit jeher die großen, gemischten Gefühle dominierten, ist nun durchglüht von heiligem Zorn. Zorn auf die Welt, auf die Liebenden, auf sich selbst. Nur noch eines will das schöne Biest, die Handgranate in ihrer Linken lässt daran wenig Zweifel: totale (Selbst-)Zerstörung.
Georg Friedrich Händel hat der heimlichen Hauptfigur seines «Teseo» hierzu eine Da capo-Arie in die Kehle komponiert, die ungebärdiger, widersprüchlicher kaum sein könnte: Jene oboengerahmte Adagio-Klage, mit der Medea im ersten Akt als bemitleidenswertes Wesen eingeführt wurde, kontrastiert mit einer von Sechszehntelketten begleiteten Raserei; der koloraturfreie, nicht minder gehetzte Mittelteil entfaltet Medeas Vision von der zu Tode gefolterten Kontrahentin. Soll der Tod kommen, sie ist nicht allein mit ihm: «Morirò, ma vendicata.»
Nicht erst in diesem finale furioso ist Gaëlle Arquez das Zentrum einer Aufführung, die sich – nach etwas behäbigem Beginn – tiefer und ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Otten
Schon das erste Bild macht frösteln: In tiefster Schwärze liegt die riesige Bühne der Bastille-Oper zu Beginn von «Simon Boccanegra». Weißes Licht aus diffusen Quellen vereist den Blick, den ein gigantischer Schiffsrumpf bannt, der sich immer mächtiger auf die Drehbühne schiebt. Ein Kriegsschiff wohl, anscheinend noch im Bau, die metallene Außenhaut ist noch nicht...
alpha
13.01. – 20.15 Uhr
Nézet-Séguin dirigiert
Mahler: Symphonie Nr. 1
20.01. – 20.15 Uhr
Gergiev dirigiert Mussorgsky:
Bilder einer Ausstellung
27.01. – 20.15 Uhr
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5
Symphonieorchester des BR, ML: Jansons, Klavier: Barenboim
arte
30.12. – 17.30 Uhr
Orff: Carmina Burana
Die geheimnisvolle Atmosphäre der Verbotenen Stadt in Peking bietet...
Wie umgehen mit diesem heiklen Dramma serio per musica, das da 1791, in Mozarts Todesjahr, noch rasch als «Krönungsoper» für Leopold II. – ein Auftrag aus Prag – erledigt werden wollte? Pietro Metastasios vielfach erprobtes Sujet war vorgegeben. Der römische Kaiser Titus, beileibe kein mildtätiger Herrscher, lässt nach Liebesintrige und Mordkomplott Gnade vor...
