Der Tod und das Mädchen
Der Anfang kündet schon vom Ende. Noch während der Ouvertüre zu «Roméo et Juliette» (von Evan Christ und dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus in üppigen, regenwolkenschweren Klangfarben auf die imaginäre Leinwand gepinselt) hebt sich der Vorhang und gibt den Blick frei auf eine Beerdigungsszene. Die Familiengruft der Capulets. Es tritt hinein eine schwarz gewandete Trauergemeinde mit Regenschirmen (obwohl es gar nicht regnet).
In ihrer Mitte ein Trio fatale: der schwer schwankende Vater Capulet, blutleer sein vormals designierter Schwiegersohn, Graf Páris, tränenüberströmt Juliettes Amme Gertrude. In den Händen halten sie weiße Lilien: Blumen des Todes. Die Musik erzählt davon. Sie nimmt das Drama vorweg, allein die Bläserfanfaren sind von einer Wucht, die jeden niederschmettert. Dazu d-moll. Es ist die Tonart des Todes schon in Mozarts «Don Giovanni».
Allein der musikalischen Faktur wegen ist dieses Bild triftig. Zugleich präpariert es die Stimmung der folgenden drei Stunden, weist uns auf die eingeschlagene Richtung. Denn mögen auch einige Farbtupfer in die von (natürlich schwarzen) Säulen gesäumte Familiengruft (Ausstattung: Gundula Martin) hineinfallen, ...
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Wieder wurde ein «Opernwelt»-Mitarbeiter mit der Gottlob-Frick-Medaille in Gold ausgezeichnet. Ekkehard Pluta erhielt sie beim diesjährigen Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn-Dürrn. Sie soll an den berühmten Bassisten der fünfziger und sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnern und geht einmal im Jahr an eine Persönlichkeit, die sich...
«Über die Musik will ich Ihnen nichts sagen; Sie kennen sie. Wovon Sie aber keine Vorstellung haben können, ist das schreckliche Geschrei, das anhaltende Brüllen, welches das ganze Stück hindurch von der Bühne schallt», berichtete der Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) über einen Opernbesuch (ohne damit speziell Tenöre zu meinen). Gioacchino Rossini...
Wer diese Stimme je gehört hat, wird sie nicht vergessen: das dunkel-glühende Timbre, das unaufdringliche und unforcierte Volumen, die Mischung aus Eleganz und Kraft. Worte müssen zwangsläufig dürr erscheinen, wenn es darum geht, ein solches Phänomen zu umschreiben. Vielleicht kann man so sagen: Alles was George London sang, und wie er sang, war charakteristisch....
