Der Mezzo im Manne

Dass er sich beim Singen in hohen Lagen am wohlsten fühlt, hat Franco Fagioli (33) durch einen Zufall entdeckt. Zehn Jahre nach dem Gewinn des Gesangswettbewerbs «Neue Stimmen» gehört der Argentinier zu den besten Falsettisten der Welt. Ein Gespräch über Belcanto, Brust- und Kopfstimme der Kastraten und die Lust auf Mozart und Rossini

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Herr Fagioli, als «Artaserse» von Leonardo Vinci auf CD erschien, sagte Philippe Jaroussky, die wahre Sensation der Aufnahme werde nicht er selbst, sondern Franco Fagioli sein. Sind Sie ein Überflieger?
Das ist ein tolles Kompliment! Dabei bin ich fast vor Schreck gestorben, denn ich musste neben vier weiteren Countertenören bestehen: Philippe Jaroussky, Max Emanuel Cencic, Valer Sabadus und Yurij Mynenko. Um Gottes willen!

Zum Glück sind Sie nicht gestorben ...

Nein, das wäre ja auch wirklich dumm gewesen.

Schließlich hatten wir ein kleines Wunder geschafft: Alle bei der Uraufführung des «Artaserse» von Kastraten gesungenen Rollen waren mit Männerstimmen besetzt.

Ihre Stimme hat eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der von Cecilia ­Bartoli ...
Auch das fasse ich als Kompliment auf. Natürlich ist mir diese Beobachtung nicht neu. Die Sache hat wohl einen ganz einfachen Grund: Ich verehre Cecilia Bartoli sehr. Ich bin ein Bartoli-Fan. Und das, obwohl ich am anderen Ende der Welt, in Buenos Aires, ausgebildet wurde. Eines Tages hat sie mich engagiert, für das «Stabat Mater» von Agostino Steffani. Das war der Ritterschlag.

Woran würden Sie Ihr Faible für Cecilia Bartoli festmachen?
An ihrer ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Interview, Seite 28
von Kai Luehrs-Kaiser

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