Der Meister, leibhaftig

Sabine Sonntag beobachtet «Richard Wagner im Kino»

Opernwelt - Logo

«Die Geburt des Films aus dem Geist der Musik» hat Theodor W. Adorno aus der Musik Richard Wagners herausgehört, frei nach Nietzsche. Das Thema Wagner und Film erscheint aber breiter, umfassender, so dass es in dem 400-Seiten-Band, der aus einer Dissertation hervorging, nur als einer von mehreren möglichen Aspekten aufscheint. Das macht die Autorin Sabine Sonntag von Anfang an klar und schränkt das Feld ihrer Untersuchungen ein.

Weder geht es ihr um die Verwendung von Wagner-Musik in Spielfilmen oder um mit Filmeinschüben auf der Bühne operierende Wagner-Inszenierungen, auch nicht um Verfilmungen von Opern und Musikdramen Wagners. Vielmehr einzig und allein um Richard Wagner als leibhaftig auftretende Filmfigur. Das zu entfalten, hat sich Sabine Sonntag auf insgesamt 19 Filme konzentriert, von denen sich nur sechs als historisch-biografische Filmporträts Wagners erweisen. 

Richard Wagner als Filmheld – das begann 1913 als Stummfilm, pünktlich zum 100. Geburtstag des Komponisten, mit dem Filmporträt des Regisseurs Carl Froelich und dem verblüffend wagnerähnlichen Protagonisten Giuseppe Becce. Es folgen «Magic Fire» (1955) von William Dieterle, mit musikalischen Arrangements von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Medien/Buch, Seite 32
von Wolfgang Schreiber

Weitere Beiträge
Gesangstragödin

Es ist eine Aura um sie. Wann immer man ihr begegnet – etwa beim alljährlichen Sängertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn, das sie regelmäßig besucht –, ist man gefesselt von dem Charme, von der Vitalität, die sie ausstrahlt. Kaum zu glauben: Inge Borkh, eine der legendären Gesangstragödinnen des vorigen Jahrhunderts, wird am 26. Mai 90 Jahre alt.

Früh...

Opulenter Leerlauf

New York ist für Rossinis «Le Comte Ory» kein Neuland: Nachdem Thomas Schippers die Oper 1962 mit den Philharmonikern und Solisten wie Judith Raskin (Adèle), Shirley Verrett (Isolier) und Norman Treigle (Gouverneur) auf den Spielplan gesetzt hatte, fand das Werk 1979 auch in das Repertoire der City Opera Eingang, geadelt durch so ausgewiesene Rossini-Interpreten...

Gut gesagt ist halb gesungen

Frau Poplavskaya, in Ihrer Berliner «Traviata» konnte man eine Menge ungewöhnlicher Details hören. Zum Beispiel haben Sie die Zeile «Croce e delizia al cor» im ersten Akt jedes Mal anders gesungen und damit die emotionale Entwicklungskurve Violettas markiert. Machen Sie so etwas spontan?
Ja, ich arbeite auf der Bühne immer spontan. Und ich freue mich, wenn ich dabei...