Der komponierte Komponist

Kassel, Janácek: Osud

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Viel näher am Gelingen als am Scheitern: Auf diesen Nenner kann man die Kasseler Neuinszenierung von Leos Janáceks «Schicksal» («Osud») bringen. Durch einen eigentlich ganz einfachen Trick schafft es Gabriele Rech, mit dieser ersten Neuinszenierung auf deutschen Brettern seit fünfzehn Jahren einer dramaturgischen Klärung sehr nahe zu kommen. Dass dennoch Fragen bleiben, kann man der Regisseurin nicht vorwerfen.

«Schicksal», von Janácek «Szenen aus einem Roman», «Novelle» oder «novellistische Fragmente», nie aber Oper genannt, ist in seiner Konzentration (achtzig Minuten reine Spielzeit), in seiner langen gespielten Zeit (viele Jahre), in seiner Menge an marginalen Rollen einfach nicht ganz stringent auf die Bühne zu holen.
Die Geschichte vom Komponisten, der eine Oper über einen Komponisten schreibt, der eine Oper schreibt, braucht eine Konstante. Die schafft Rech, indem sie die angelegten Bruchstücke einer Rahmenhandlung als ­Basis der ganzen Oper erweitert. Konkret: Im Parkett des Kuppeltheaters, das Gabriele Rech schon mit Verdis «Don Carlo» gekonnt hat bespielen lassen, steht ein großer Flügel. Von hier leitet und (er)leidet der unglückselige Komponist Zivny die Proben zu seinem ...

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Opernwelt April 2006
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Johannes Mundry

Vergriffen
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