Der Heldenkomiker

Zürich: Mozart: Il re pastore

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Ponnelle! So schießt es einem unwillkürlich durch den Kopf, wenn der Zürcher Vorhang sich zu Mozarts «Il re pastore» öffnet. Wie’s der große Jean-Pierre so oft praktizierte: ein üppig-barockes Brunnen-Ambiente der wülstig wuchernden Treppen-Symmetrie mit einigem Symbolgetier. Indes, Luigi Perego war’s wieder mal. Er kleidete Mozarts Huldigungs-«Serenata» ein. Apropos Kleider: Die Gestalten sind Bildschöpfungen Bouchers und Fragonards entlehnt, und die eigens von einer St. Gallener Firma auf Polyesterstoff gedruckten kompletten Vorlagen zieren Peregos zaubrische Kostüme.

Der Clou dabei: Die britischen und amerikanischen Museen haben schon die Absicht angemeldet, ihre Rokoko-Originale zusammen mit den Kostümen auszustellen.

Inszeniert hat Grischa Asagaroff, einst Ponnelle-Assistent und -Restaurator, seit Jahrzehnten künstlerischer Betriebsdirektor und eine Art Hausregisseur in Zürich. Man weiß es: Er ist kein Überflieger, aber er kann’s. Wir haben es mit einer Mozart/Metastasio-Deutung zu tun, die solide daherkommt und gewieft mit dem einschlägigen Gesten-Material hantiert. Und sie ist auch nicht ohne Witz. Vom sachten Ironie-Potenzial, der unaufdringlich-inspirierten ...

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Opernwelt August 2011
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Heinz W. Koch

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