Das Paradies kennt keine Kunst
Herr Hopp, wir hören von Festivalveranstaltern immer wieder, dass sie die Moderne weitgehend aussparen, um das Publikum nicht zu überfordern. Anspruchsvolle Stücke des 20. Jahrhunderts seien Kassengift. Im Zentrum des musikfest berlin steht diesmal das Werk von Pierre Boulez und Luciano Berio. Wie schaffen Sie es, solche Programme durchzusetzen?
Es geht nicht darum, etwas durchzusetzen, sondern einem Interesse gerecht zu werden, auch Interesse zu wecken. Es ist ja nicht so, dass das Publikum keinen Sinn für das Außergewöhnliche und für die Kunst der Gegenwart hätte.
Für das musikfest berlin ist der Bezugsrahmen nicht allein die internationale Festivalszene, sondern insbesondere auch das, was künstlerisch und kulturell in der Stadt gewach-
sen ist. Es ist ein internationales Orchesterfestival, das sich als eine besondere Stimme im Musikleben der Stadt versteht. Einerseits ist es ein Gastspielfestival, andererseits nutzt es die Ressourcen vor Ort. Entsprechend ist die Finanzierung aufgestellt. Es gibt keine Patentrezepte, aber vernünftige und wirksame Konzepte.
Je höher die Auslastung, desto besser das Angebot?
Die Forderung hoher Auslastungsquoten allein führt in die Irre, auch wenn sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2010
Rubrik: Magazin, Seite 96
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann
Für John Eliot Gardiner war Anthony Rolfe Johnson über viele Jahre die erste Wahl, wenn er für seine Bach-, Händel- oder Mozart-Einspielungen die Tenorpartie besetzte. Unvergessen sind das silbrig-weiche Timbre, die feine Artikulation und die sängerische Intelligenz dieses aus der Guildhall School of Music in London hervorgegangenen Lyrikers, der erst spät zu...
Eigentlich müsste Aribert Reimanns 1971 in Schwetzingen uraufgeführte Öko-Oper «Melusine» nach der surrealistischen Märchen-Tragikomödie Yvan Golls ein Repertoirewerk sein wie der Welterfolg «Lear». Das Sujet, die Zerstörung der «weiblichen» Natur durch «männliche» Ratio, lässt sich aktueller nicht denken. Die Musik ist dramatisch wirkungsvoll, von geheimnisvollem...
Was in den USA Aspen ist und in Japan das Pacific Festival bei Sapporo, dafür steht in Schweden der Name Vadstena: eine Sommerakademie, die dem musikalischen Nachwuchs den Schritt von der Ausbildung ins Berufsleben erleichtern will. Ein Ort, wo man die Stars von morgen hören kann. Eine Idylle, in der hart und doch entspannt gearbeitet wird. Musik und Landschaft....
