Danse Macabre

Weinberg: Die Passagierin Jekaterinburg / Oper

Opernwelt - Logo

Seit David Pountney die durch einen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz inspirierte «Passagierin» 2010 bei den Bregenzer Festspielen auf die Bühne brachte, hat das Werk des Komponisten Mieczyslaw Weinberg eine erstaunliche Renaissance erfahren. Die Bregenzer Produktion war u. a. in Warschau und New York zu sehen, die Oper Frankfurt und das Badische Staatstheater Karlsruhe stellten das Stück in eigenen Inszenierungen zur Diskussion.

In Russland indes, Weinbergs Wahlheimat seit seiner Flucht vor den Nazis, kam es bislang lediglich zu einer halbszenischen Vorstellung (2006) und zwei konzertanten Aufführungen. Erst jetzt hat die Oper in Jekaterinburg eine erste vollszenische Version der «Passagierin» gewagt. Und, um es vorweg zu sagen, in eindrucksvoller Weise die dunkle Strahlkraft der Geschichte wie der Musik getroffen.

Der amerikanische Regisseur, Bühnenbildner und Licht-Designer Thaddeus Strassberger, der in Jekaterinburg bereits mit großem Erfolg Philip Glass’ Gandhi-Oper «Satyagraha» erarbeitet hatte, war der richtige Mann für eine erste Begegnung mit dem heiklen Stoff. Er schaffte es, die brutale, erschütternde Welt eines von Willkür und Leiden geprägten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Aya Makarova

Weitere Beiträge
Mitgefühl? Nicht vorgesehen

Giacomo Puccinis «La Bohème» ist die Geschichte einer Enttäuschung, die mit dem antibürgerlichen Eklat beginnt und mit der Flucht vor der Realität des Todes endet ‒ eine hymnische Feier der Jugend und deren rüde Entzauberung. Und weil die couleur locale der Oper so pariserisch ist wie wohl nur noch in Gustave Charpentiers «Louise», hat Jens-Daniel Herzog in seiner...

Nach Strich und Segen

Es bietet weder Drama noch Handlung im eigentlichen Sinn: Der Typus des geistlich-erbaulichen Oratoriums gehört nicht gerade zu den Favoriten des heutigen Publikums, selbst wenn man ihm Meisterwerke wie Alessandro Scarlattis «La Santissima Trinità» (vor 13 Jahren von Fabio Biondi und Europa Galante wiedererweckt) oder «Il trionfo del tempo e del disinganno» des...

Tour d'Amédée

Ja, die unerträgliche Leichtigkeit des Seins: «Überhaupt irrt man», schrieb Mozart an den Kapellmeister Johann Baptist Kucharz, «wenn man denkt, dass mir meine Kunst so leicht geworden ist ...». Und der Wiener Schriftsteller und Kritiker Hans Weigel vermerkte in seinem Buch «Apropos Musik» ein wenig flapsig, wer Mozart leicht fände, den solle der Lortzing holen....