Brillantes Handwerk
Nein, das Datum wollen wir mal nicht so ernst nehmen. «Das schlaue Füchslein», so wie es in Darmstadt drei Tage vor dem ersten Advent zur Premiere kam, ist kein putziges Weihnachtsmärchen. Es ist aber sehr wohl ein Abend mit Herz und Gemüt, einer, der handwerkliche Souveränität mit Versenkung in die Sache kombiniert. Man könnte auch sagen: einer, der Klarheit und Andeutung so mischt, dass sich immer wieder schöne Momente von Verdichtung ergeben. Doch der Reihenfolge nach.
Janácek wusste genau, dass seine Art des musikalischen Satzes viele Probleme aufwarf.
Es geht um andere Schwierigkeiten als bei seinen Generationsgenossen Richard Strauss oder Gustav Mahler. Janácek nutzt zwar das große, romantische, gemischte Orchester, aber er verwehrt ihm die Ausgewogenheit. Es gibt kaum Füllstimmen, und die Instrumente werden oft anders gebraucht als üblich. Unbequem ist das – für die Musiker genauso wie für den Hörer. Die instrumentalen Einzelstimmen scheinen permanent auseinanderzustreben, in ihrer Aphoristik nur notdürftig zusammengehalten. Was da Figuration ist, was ein bloßgelegter motivischer Kern, das lässt sich oft nur schwer entscheiden. Janácek schafft damit eine ganz neue Polyphonie ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Stephan Mösch
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