Bildmächtig

Wagner: Das Rheingold
Helsinki | Nationaloper

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Ihre Faszination für das Epos, ihre Liebe zur Musik sieht man: Ana Kelo inszeniert den Vorabend der «Ring»-Tetralogie mit größtem Respekt. Sie hinterfragt wenig, sie erzählt einfach die Geschichte, in der Personenführung schnörkellos klar, in den Bühnenbildern von Mikki Kunttu so farbenfroh wie deutlich, märchenhaft, monumental. Die Nibelungen-Brüder gleichen mit ihren extralangen Ohren idealtypischen Trollen, die so oder ähnlich in finnischen Fantasie-Filmen zu bewundern sein dürften.

Grusel-Alberich rollt die Augen gar furchteinflößend, ist aber in seinem Schlabberlook und den extragroßen Schlappen nicht bloß abstoßender Wicht, er wirkt durchaus auch niedlich. Mit einem solchen Zottel, der sich zu Beginn auf dem Grunde des heiligen Stroms unschuldig aus einem Ei schält, können die Rheintöchter durchaus mal flirten, ohne dass sie um sich und das Gold bangen müssten.

Wotan und seine Sippe hingegen hat Erika Turunen in die sehr kreative Mischung aus altgriechischen Götterroben und modernem Designerschick gesteckt. Die Damen und Herren der besseren Gesellschaft chillen in gelangweilter Wellness-Dekadenz auf imposanten Marmor-Liegen, lassen sich von zwei Dienerinnen mit frischen ...

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Opernwelt November 2019
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Peter Krause

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