Belcantotheater
Geht es um Belcanto, «geben sich die Produzenten meist damit zufrieden, um ein paar Vokalstars herum dekorative Arrangements zu schaffen», habe ich aus früherem Anlass einmal moniert. Wie schön, dass ich jetzt von drei prominenten Gegenbeispielen berichten kann, bei denen die Regisseure die szenischen Herausforderungen und Möglichkeiten, die in den Stücken stecken, ernsthaft angenommen haben und dabei zu denkwürdigen Ergebnissen gekommen sind.
In München hat man Donizettis «La Favorite» in der französischen Originalfassung auf den Spielplan gesetzt, um Elīna Garanča Gelegenheit für ihr szenisches Rollendebüt als Léonor zu geben, aber gleichzeitig einen Rahmen geschaffen, der auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten forderte, indem man die Gattung der Grand opéra durch Reduktion und Abstrahierung des Pomps entkleidete und das Kammerspiel der Frau zwischen zwei Männern in den Vordergrund stellte. Die Inszenierung Amélie Niermeyers kommt möglicherweise auf DVD zu stärkerer Wirkung als im Riesenraum des Nationaltheaters. Ein Meer von Stühlen auf der leeren Bühne gibt die symbolische Szenerie ab. Gleichsam «zwischen allen Stühlen» taumeln Léonor und Fernand ihrem tragischen Ende ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Von 1971 bis 2001 war Udo Bermbach Professor für Politikwissenschaft an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Politische Ideengeschichte. Öffentliche Aufmerksamkeit erlangt aber hat er hauptsächlich durch seine zahlreichen Beiträge zur Wagnerforschung. Er war der Erste, der den als politischen Reformator und gesellschaftlichen...
Ein Doppelschlag bekräftigt die republikweite Bedeutung der Oper Frankfurt: Innerhalb von acht Tagen gab es am Willy-Brandt-Platz und im Bockenheimer Depot zwei Premieren, deren Unterhaltungswert in etwa dem Diskussionsbedarf entspricht, den sie auslösen. Wer zu Sarkasmus neigt, könnte meinen, eine höhere Instanz habe diese Kombination gewählt, um das berühmte...
Der Empfang ist frostig, die Stadt zeigt ihr grimmiges Gesicht. Schneeschauer, eisige Winde, auch der Busfahrer scheint nicht seinen besten Tag zu haben. Mit versteinerter Miene manövriert er sein Gefährt durch die weißgraue Landschaft, und wer unsicher ist, an welcher Haltestelle er aussteigen muss, hat eben Pech gehabt. Das alles bei minus fünf Grad. Nicht jedem...
