Bauhaus adé
Mit zwei Alleinstellungsmerkmalen wollte Dessaus scheidender Intendant André Bücker seinen «Ring» unverwechselbar machen: Zum einen ließ er Raum und Kostüme im Stil von Oskar Schlemmers Bauhausbühne gestalten; zum anderen erzählte er die Story rückwärts, die «Götterdämmerung» stand also am Anfang (Premiere war im Mai 2012). Das ist die Reihenfolge, in der Wagner die Handlung entwickelte, um die Vorgeschichte zu «Siegfrieds Tod», dem Ausgangspunkt des Zyklus (und Kern der späteren «Götterdämmerung») nachzureichen. Interessante Idee.
Ein Ring hat keinen Anfang und kein Ende, warum also nicht mal so? In der Praxis hat sie freilich nicht recht funktioniert, viel blieb zunächst im Dunklen, weil wichtige Informationen zum Verständnis des Geschehens und der Figuren fehlten. Sollte «Das Rheingold» zum Abschluss Antwort auf alle offenen Fragen geben?
Leider nein. Für sich genommen hat die letzte Premiere des Dessauer «Rings» durchaus ihre Reize. Als Schlussstein der Tetralogie indes stiftet sie eher noch mehr Verwirrung. Das fängt damit an, dass die Bauhaus-Ästhetik immer mehr zurückgenommen wurde. Der verdrehte Würfel, der uns als Walkürefelsen begegnete, ist zwar auch hier zu sehen, jetzt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2015
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Udo Badelt
Unschuldige Frauen in den Fängen geheimnisvoller, kontrollsüchtiger Männer – so könnte die Überschrift lauten, unter der Mariusz Treliński die Opern «Iolanta» von Tschaikowsky und «Herzog Blaubarts Burg» von Bartók zu einem psychologischen Doppel im Stile des film noir kombiniert. Mit Videoprojektionen von Bartek Macias entsteht auf der von Boris Kudlička...
Vor sechs Jahren sang Philippe Jaroussky auf dem Album «Opium» erstmals französische Lieder der Belle Époque (siehe OW 5/2009). Im Sinne einer Mentalitätsgeschichte der Klänge ließe sich auch rechtfertigen, dass ein Countertenor dieses Repertoire pflegt, gerade jetzt, da Jaroussky zwei neue CDs mit Liedern nach Paul Verlaine aufgenommen hat. Als 1869 durch die...
Herr Kmentt, Sie haben unzählige Schallplatten gemacht, waren aber zugleich eine echte Wiener Ensemblepflanze. War der Schutzraum der Wiener Staatsoper mitverantwortlich für die Dauer Ihrer über 40-jährigen Karriere?
Nein, ich glaube nicht. Jeder muss mit seinen eigenen Problemen kämpfen, ob innerhalb oder außerhalb eines Ensembles. Ich erhielt gleich zu Anfang...
