Aussteiger und Einspringer

Wechselfieber an der Met: Fabio Luisi dirigiert in New York «Siegfried» und seinen ersten «Don Giovanni»

Opernwelt - Logo

So hatte sich Met-Intendant Peter Gelb den Auftakt der neuen Spielzeit gewiss nicht vorgestellt: James Levine musste wegen seiner angeschlagenen Gesundheit sämtliche Dirigate für die nächsten Monate absagen. So avancierte der jüngst immer wieder für den populären Musik­chef eingesprungene Fabio Luisi zum Principal Conductor des Hauses. In dieser Eigenschaft übernahm Luisi nun auch die beiden Oktober-Premieren – «Siegfried» und «Don Giovanni» (wobei er Mozarts Oper aller Opern zum ersten Mal überhaupt dirigierte).

Auch auf die Besetzungslisten war kein Verlass, eine Überraschung jagte die andere. Mariusz Kwie­cien, ein bewährter Don Giovanni, zog sich auf der Generalprobe eine Rückenverletzung zu, so dass in den ersten drei Vorstellungen Peter Mattei – unter allgemeinem Beifall – die Rolle sang, obwohl die Produktion ursprünglich explizit auf den polnischen Bariton zugeschnitten war. Damit nicht genug: Ex-Bariton Gary Lehmann, der als Siegfried angekündigt war (und inzwischen in die Tristan-Fußstapfen Ben Heppners getreten ist), ließ sich wenige Tage vor der Premiere ebenfalls als «erkrankt» entschuldigen. Ihn ersetzte Jay Hunter Morris, der – obschon an der Met bislang erst durch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von David Shengold

Weitere Beiträge
Freude beim Publikum, Tristesse im Rathaus

Man muss noch mal daran erinnern: Als Uwe-Eric Laufenberg ins Intendantenzimmer der Oper Köln einzog, übernahm er ein heruntergewirtschaftetes, baufälliges, künstlerisch profilloses Haus. Dass er in kürzester Zeit und unter den Bedingungen zweier Umbauspielzeiten nicht nur das Kölner Publikum zurückgewonnen, sondern auch den überregionalen Ruf des Hauses...

Nationales Ereignis

Mit Gender-Crossing und Wikingermythos eine schwedische Nationaloper im Stil Wagners schaffen. Kein geringeres Ziel hatte sich der Schwede Wilhelm Stenhammar gesetzt, als er 1898 mit «Tirfing» sein zweites Werk für die Bühne komponierte. Doch der 27-Jährige hatte sich verschätzt: Die Oper fiel durch. Gerade 17-mal wurde «Tirfing» bis 1901 gegeben, um danach in der...

Auf dem Sprung

Aufreizend rot locken Seidenkleidchen und Lippen, die schwarzen Haare sind hochgesteckt. Doch wer hier im Carmen-Outfit einherstöckelt, ist die Nebenbuhlerin: Micaëla unternimmt einen der letzten Versuche, ihren Sergeanten herumzubekommen. Als Klischee-Zitat aus dem guten alten Spanien. Doch nicht das Imitat lässt bei Don José die Säfte steigen, sondern eine...