Außerordentlich

Wagner: Tristan und Isolde
Hagen | Theater

Opernwelt - Logo

Es ist so abgedroschen, von einem Wunder zu sprechen! Aber wer die vielen Kürzungen verfolgt hat, unter denen das Theater und das Philharmonische Orchester Hagen zu leiden hatten, ist schon verblüfft. Klar, an vielen kleinen und mittleren Musiktheatern wird Hervorragendes geleistet. Aber was bei Wagners «Tristan und Isolde» unter Leitung von GMD Joe Trafton aus dem Graben klingt, hat eine Fülle, eine Subtilität und Feinheit des Klangs, auch eine eruptive Leidenschaft, die begeistert.

Nur zum Schluss, am Ende von Isoldes Liebestod, geht es mit dem Dirigenten etwas durch, überdecken die Klangfluten die fabelhafte Sängerin. Aber das ist marginal angesichts der vorausgegangenen fulminanten fünf Stunden.

Aus dem Ensemble heraus sind – mit Ausnahme von Dong-Won Seo als klangschöner, zurückhaltender König Marke – nur die kleinen Rollen besetzt. Auch bei den Gästen überrascht, welche Qualität sich Hagen immer noch leisten kann. Magdalena Anna Hofmann ist eine sensationelle Isolde, schattenreich und leuchtend, nachdenklich und mitreißend, darstellerisch in jedem Moment absolut glaubwürdig. Auch Khatuna Mikaberidze als Brangäne und Zoltán Nyári als Tristan teilen sich die Kräfte klug ein, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Stefan Keim

Weitere Beiträge
TV-Klassiktipps Juni 2019

alpha

23.06. – 20.15 Uhr
Offenbach: «Les contes d’Hoffmann»

Bayerische Staatsoper (2014)
ML: Carydis, I: Jones, S: Damrau, Villazón, Conners, Relyea, Brower, von der Damerau, Reß, Power, Stephinger

arte

02.06. – 17.40 Uhr
Werke von Monteverdi, Malvezzi, Gagliano, Caccini

Aus dem Spiegelsaal von Schloss Versailles
ML: Pichon, S: Desandre, Zaïcik, Richardot, Gonzalez...

Wundersamer Wahnsinn

Friedrich Nietzsches früher Text «Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben» hat seine Aktualität keineswegs eingebüßt, sondern gerade für den Kulturbetrieb gewonnen, in dem die Vergangenheit immer mehr die Gegenwart überlagert, der Nostalgie mitunter schier nekrophile Züge beigemischt sind. Dazu gehört, dass der Kult um die großen «runden» Geburts- und...

Geniale Mischung

Eine Donizetti-Uraufführung! Bei gut 70 Opern – kommt es da auf eine mehr oder weniger an? Ja, denn «L’Ange de Nisida» erweist sich als ein Geniestreich. Aber ist diese Partitur nicht in «La favorite» aufgegangen, die Ende 1840 an der großen Oper in Paris herauskam? So glaubte man zu wissen. Gewiss, die Grundzüge der Handlung sind identisch. Doch nur knapp die...