Aus dem Leben eines Taugenichts
Jonas Kaufmann sorgte neulich für Empörung, weil er sich weigerte, Fans die Hand zu schütteln – könnten ja Hustenbazillen oder Grippeviren dran sein. Oder diese beliebte Pavarotti-Anekdote: Wie der in einem konzertanten «Otello» in Chicago saß, mit einem solchen Berg Medikamente neben sich, dass er glatt seine eigene Apotheke hätte aufmachen können.
Tja, was tut man nicht alles für’s hohe C! Da braucht’s mehr als das tägliche Glas Orangensaft. Für einen Sänger ist eine Erkältung halt ein totales Desaster.
Mal ehrlich, ich bin zu hundert Prozent auf Kaufmanns Seite. Kein Handdesinfektionsmittel der Welt kann mich dazu bringen, Kranke anzufassen. Auch wenn einige Leute darauf verschnupft reagieren.
In unserem Job wird man zwangsläufig zum Seuchenexperten. Wobei die banale Hypochondrie etwas für Anfänger ist. Fortgeschrittene halten Erkältungen für psychosomatisch und glauben, die beste Prävention sei, so zu tun, als hätte man keine Angst. Diese höhere Form von Wahnsinn fällt allerdings in sich zusammen, sobald man sich das nächste Mal in einem überfüllten Bus wiederfindet, eingeklemmt zwischen schniefenden Kindern und röchelnden Studenten. Dann zieht man panisch die Notbremse und ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Mal ehrlich, Seite 83
von Christopher Gillett
Der österreichische Komponist Johannes Maria Staud war im Sommer dieses Jahres einer von zwei composers in residence des Lucerne Festivals. Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters, nahm dies zum Anlass, einen schon früher erteilten, bisher aber noch nicht realisierten Auftrag zu erneuern. Im September endlich wurde Stauds Oper «Die Antilope» an dem kleinen...
Im August hat Norwegen Fisch im Wert von 4,7 Milliarden Kronen (568 Millionen Euro) exportiert – 146 Millionen Kronen mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Angesichts der Tatsache, dass die aquatisch lebenden Wirbeltiere so etwas wie Norwegens Gold darstellen, ist ihr Anteil am ansonsten reichlichen Frühstücksbüffett meines Osloer Hotels eher knapp: Lachs und...
Wotan ist in der Dessauer «Walküre» ein Hollywood-Tycoon, der in seiner Firmenzentrale hoch überm nächtlichen Lichtermeer von L. A. den Generationenwechsel vorbereitet. Tochter Brünnhilde aber, von ihrem Stühlchen aus erstmals Regie führend, merkt während der Todesverkündigung, dass die beiden Hauptdarsteller in dem Streifen, den ihr Vater nicht fertig kriegt,...
