Art Nouveau: Satyrspiele
Dass der bärtige Sarastro in dieser Produktion von Mozarts «Zauberflöte» den Betrachter an Gustav Klimt erinnert, war von Regisseur András Almási-Tóth (der im Übrigen mit einer sehr individuellen Fassung dieser Oper, mit zahlreichen überraschenden Umstellungen, aufwartete) vielleicht nicht beabsichtigt, ist aber doch kein Zufall. Denn zum einen geriert der Oberpriester sich hier wie der Wiener Muster-Maler des Fin de Siècle als Satyr, scheint Beziehungen zu Tochter Pamina wie ihrer Mutter zu haben.
Zum anderen sind Szene und Kostüme im Stil des Art Nouveau gehalten und reflektieren damit den des Gebäudes, der Budapester Liszt-Musikhochschule, zitieren beispielsweise das das Foyer dominierende Gemälde «Pilgerschaft zu den Quellen der Kunst» (nicht von Klimt freilich, sondern von Aladár Körösföi-Kriesch).
Mit dieser Produktion wurde im Dezember der Kammermusiksaal der Hochschule nach gründlicher Renovierung wie sein bereits im Oktober wiedereröffneter großer Bruder (siehe OW 12/2013) dem Musikbetrieb übergeben. Er trägt den Namen von Sir Georg Solti, einem der großen Absolventen jener Hochschule, und soll in Zukunft vor allem dem Musiktheater dienen – wobei Éva Marton, emeritierter ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Gerhard Persché
Engelbert Humperdincks post-wagnerisch-symbolistische Märchenoper «Königskinder», eine Mischung aus deutschem Volkslied und Hollywood-Sound, Wagner/Strauss-Orchester und Fernand-Khnopff-Mystik, wurde 1910 mit Geraldine Farrar an der Met uraufgeführt. Fünf Gesamt-, meist Live-Aufnahmen liegen vor: unter Richard Kraus (1952), Heinz Wallberg (1976), Fabio Luisi...
Und. Diese drei Buchstaben könnten die Türe zur Welt öffnen. Doch Franz Schubert wirft Letztere in seinem «Lazarus»-Oratorium mit diesem Wort vor unserer Nase zu. Schluss. Aus. Was dann gekommen wäre, können wir bloß erraten. Im Evangelium des Johannes, Kapitel 11, Verse 43-44, heißt es: «Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen,...
Bravsein ist kein Vergnügen. So jedenfalls empfinden es Wendy (Yuko Kakuta), John (Daniel Kluge) und Michael (Josefin Feiler), die Kinder der Familie Darling, im keimfreien Ikea-Schlafzimmer, das Duncan Hayler (von dem auch die fantasievollen Kostüme stammen) mit liebevoller Ironie auf die Bühne des Stuttgarter Opernhauses gestellt hat. Dort spielen sie unter der...
