Arbeit an Verdi
Verdi, der «Shakespeare der Opernbühne», sei «der am schwierigsten zu inszenierende Opernkomponist», hat Sergio Morabito 2013 in einer Umfrage geäußert. Er sei «der Meister der Verdichtung (im Sinne des Weglassen-Könnens) und der Zuspitzung (damit zusammenhängend: ein Genie der Rücksichtslosigkeit seinen Interpreten gegenüber)». Seine Musik bringe «alles – Emotionen, Charaktere, Situationen, Geschichte und Geschichten – auf die knappste, schlagendste, berührendste, humanste Formel».
Verdi selbst hat in einem oft zitierten Brief gesagt, das Wahre bzw.
das Wirkliche zu erfinden – das italienische Wort «il vero» umfasst beides – sei besser, als es nur zu kopieren. Während Wagners epischer Mythenzauber jede Aktualisierung erlaubt, wenn sie nur in sich stimmig ist, zwingt Verdis Realismus dazu, die Brüche in den Geschichten wie die Widersprüche in den Figuren zu zeigen, also Psychologie wie Politik gleichermaßen zu akzentuieren und überdies die ästhetische Verfremdung der dargestellten Vorgänge nicht zu unterschlagen. Eine schwer einlösbare Herausforderung, wie Aufführungen der letzten fünf Verdi-Opern binnen Monatsfrist demonstrierten.
Ganz nah dran
La forza del destino
Sebastian ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Im Fous, Seite 14
von Uwe Schweikert
Die Kaiserin hat sie dieses Mal nicht getroffen. Vier Jahre ist es her, dass Edita Gruberova in Tokio den erschrockenen Taxifahrer aufforderte, sie zum Palast zu bringen. Ihre Hoheit hatte zum Privatissimum gebeten, um selbst am Klavier einige Lieder zu begleiten. Zwei Regentinnen unter sich, musizierend, dann beim Tee, gern wäre man bei diesem Gipfeltreffen dabei...
JUBILARE
Marjana Lipovsek kam 1946 als Tochter des Komponisten Marijan Lipovsek in Ljubljana zur Welt. An der Musikakademie ihrer Heimatstadt sowie später an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Graz studierte sie Gesang. 1977 erhielt sie ihr Diplom und wurde ein Jahr später in das damals neu gegründete Opernstudio der Wiener Staatsoper...
Rechts steckt die Dame vom Sicherheitsdienst ihre Nase in den Rucksack eines Studenten. Ein Riesenriechorgan aus Latex. Und links an der Saaltür blitzen von der Schulter des Programmverkäufers goldene Epauletten: Das Einlasspersonal, das die schnatternden Massen durch das baubedingt unübersichtliche Foyer schleust, stimmt schon mal auf Schostakowitschs «Nase» ein.
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