Arabien trifft ­Oberammergau

München | Staatstheater am Gärtnerplatz | Verdi: Giovanna d’Arco

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Das anfängliche Bauchgrummeln, die Angst vor der neuen Spielplan-Linie räumt Intendant Ulrich Peters gern ein. Doch der Erfolg gibt ihm im Nachhinein Recht: Der frühe Verdi, das haben «I masnadieri» vor einem Jahr gezeigt, funktioniert am Gärtnerplatztheater bestens. So gut, dass man für die Münchner Erstaufführung von «Giovanna d’Arco« noch einmal zu denselben Zutaten griff. Wieder also eine Schiller-Adaption, wieder Regisseur Thomas Wünsch, wieder Dirigent Henrik Nánási. Und das zweite Gericht? Schmeckt deutlich wässriger als das erste.


Dabei gibt es an diesem überlangen Abend einiges zu sehen. Vor allem für die Titelheldin, die von einem bösen Geist mit schulterlanger Mähne, akkurat gestutztem Bart- und Brusthaar, gestähltem Body und Männer-Rock bezirzt wird. Arabien trifft Oberammergau trifft Fitness-Studio. Kein Wort sagt und singt diese «Verführung» (Mark Oliver Römisch), weil sie bei Verdi gar nicht vorkommt. Sie ist wie vieles in dieser Aufführung eine Erfindung von Thomas Wünsch, der sich fast verbissen darum bemüht, all die anderen Johanna-Stücke, Johanna-Verfilmungen und Johanna-Analysen nicht nur mitzudenken, sondern vieles davon auch zu zeigen. Statt Verdi gibt es also ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: panorama, Seite 55
von Markus Thiel

Vergriffen
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