Apropos: Wer zuletzt lacht...
Mr. Britten (gestatten Sie mir diese prosaische Anrede), noch kurz vor Ihrem Tod im Dezember 1976 hat man Sie zum Baron erhoben. Wie fanden Sie das?
Ich bin noch heute ein unverbesserlicher Sozialist. Der Titel hat meinen Ansichten über den ungerechten Zustand unserer Welt keinen Abbruch getan. Ansonsten hat es mich geärgert, dass mich Prinz Philip schon zehn Jahre vor meinem Tod einen «alten Mann» nannte. Zehn Jahre vor meinem Tod! Unverschämt!
Gerade feiert die englische Yellow Press wieder fröhliche Urständ.
Sie selbst gerieten damals ins Kreuzfeuer. Man insinuierte eine homosexuelle Konspiration der Musik...
Darüber will ich nicht sprechen. Mein Leben mit Peter und meine Faszination von der Knabenschönheit sind Privatsache. Die Biografen können mich ja längst nicht mehr verletzen. Angeblich halten in Aldeburgh die Busfahrer bei meinem Haus, wenn ein Schulkind randaliert: «Pass bloß auf, wir bringen dich zum bösen Peter Grimes!». Geschwätz. So ist das eben.
Sie galten, Mr. Britten, von Anfang an als Wunderkind. Was – oder wer – hat Ihren Werdegang zum modernen «Orpheus Britannicus» beflügelt?
Sie werden es vermuten: meine Mutter. Auf dem Weg zu Morlings Musikalienhandel schwärmte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Norbert Abels
Weil er im März des Jahres 1881 starb, hat Modest Mussorgsky die Gelegenheit knapp verpasst, Augen- und Ohrenzeuge des umfassend überarbeiteten Simon Boccanegra zu werden, mit dem Verdi im selben Jahr an der Mailänder Scala Triumphe feierte. Bedenkt man den Einfluss, den schon La forza del destino auf russische Komponisten ausgeübt hatte, so ist es reizvoll,...
Verärgert klang es, wütend. Buh! Und es waren keineswegs nur ein paar versprengte Berufsprotestierer, die gegen die zweite Musiktheaterpremiere unter dem neuen Zürcher Opernintendanten Andreas Homoki aufmuckten. Ihre Wut war sehr vernehmlich. Es war freilich auch etwas für sie Neues zu sehen und zu hören gewesen, etwas Seltsames, Irritierendes – etwas, das in den...
Herr Sawallisch, Ihr Bühnenabschied liegt sieben Jahre zurück. Wie geht es Ihnen?
Ich freue mich, dass ich zu Hause in aller Ruhe meinen Lebensabend verbringen kann. Manchmal sind Besuche von der Bayerischen Staatsoper eine herzerfrischende Unterbrechung. Ich hatte in München die Möglichkeit, mit Strauss und Wagner und Mozart der Oper eine Richtung zu geben, von der...
