Alptraum-verloren
Opernintendanten lieben das Recht der ersten Nacht beinahe so sehr wie Mozarts Graf Almaviva: Eine Uraufführung sichert die Aufmerksamkeit von Presse und Publikum und mehrt im Idealfall den Ruhm des Hauses. Zweit- oder Drittaufführungen sind da weniger spektakulär. Aber auch sie werden honoriert, sofern sie ein Stück neu beleuchten. Vor zwei Jahren spielte die Staatsoper Hannover Manfred Trojahns «Orest» überzeugend nach. Jetzt gab es Detlev Glanerts 2006 uraufgeführte Oper «Caligula», und wieder behauptete man sich gegen die Vor-Bilder.
Dass eigentlich eine Uraufführung geplant war – Giorgio Battistellis «Lot» wurde nicht rechtzeitig fertig und wird in der kommenden Spielzeit nachgereicht –, schmälert das Verdienst der Produktion nicht.
Regisseur Frank Hilbrich widersteht der Versuchung, den römischen Kaiser mit dem üblen Ruf als bloßes Stereoptyp zu zeigen. Ob Blendung, Schändung oder Meuchelei: In Hannover werden nicht dick Blut und Sperma aufgetragen, sondern die Abgründe der Figur ausgeleuchtet.
Volker Thiele hat dafür eine Bühne mit drei schwarz-weiß schraffierten Spielebenen geschaffen. Die Geschichte spielt so in einem zeitlosen, im Zweifelsfalle eher heutigen Raum. Die ...
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Opernwelt März 2015
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Rainer Wagner
JUBILARE
Seine Karriere als Opernregisseur nahm 1959 ihren Anfang, als er beim Glyndebourne Festival Carl Ebert assistierte und anschließend ein Stipendium zum Opernregie-Studium in Deutschland nutzte. Zunächst arbeitete John Cox als freier Theater-, Opern- und Filmregisseur. Doch 1971 kehrte er nach Glyndebourne zurück und inszenierte zehn Jahre lang als Director...
Frau Vondung, ich musste Sie zu diesem Gespräch regelrecht überreden. Offenbar mögen Sie keine Interviews ...
Ja!!! (lacht)
Das kam aus tiefster Seele. Warum meiden Sie das öffentliche Wort?
Ich bin einfach medienscheu. Das ist nicht mein Ding. Wenn ich Interviews lese, habe ich oft den Eindruck, dass die Fragen schon die erwünschte Antwort enthalten. Mir kommt das...
Endlose Tonangeln mit einem Puschel am Schluss. Eine Personenrevue ohne durchlaufend-konsistente Handlung. Ein Opernballett-Zwitter vom Schablonenmeister des französischen Hochbarock. Kennt kein Mensch. Und doch brachten es die «Fêtes vénitiennes» des André Campra ab 1710 auf mehr als 300 Aufführungen, wobei das Werk zahllose Umarbeitungen erfuhr. Ein rauschender...
