Aktionismus statt Aktion
Kaum zu glauben: 1978 wurde Donizettis Lucia di Lammermoor zuletzt am Hessischen Staatstheater Wiesbaden inszeniert. Seither überließen, von Gastspielen bei den Maifestspielen abgesehen, Generationen von Intendanten das Stück den umliegenden Theatern im Rhein-Main-Gebiet. Jetzt hat Manfred Beilharz das Stück auf den Spielplan gesetzt. Konstanze Lauterbach ist an seinem Haus als Fachkraft für Kindfrauen (Mädchen in Uniform, Lulu, Lolita) rege in Schauspiel und Oper beschäftigt.
Doch der Zugang zu Lucia gelingt ihr nur äußerlich: Lauterbachs gewohnt aktionsfreudige Personenführung vertraut im gehetzten Hin und Her kaum der Musik, setzt den Verzierungen des Gesangs ermüdend illustrierende Bewegungen hinzu. Aktion gerinnt zu Aktionismus – und der steht dem Gesang des Chores und der Solisten im Wege.
Inspiriert von der Brunnen-Arie und Quellen der Schauspielvorlage stellt die Regie eine «Tote aus dem Brunnen» auf die Bühne, die Andreas Jander als eine Art riesiges Meeresaquarium gestaltet hat. In gemalten und projizierten Fluten, beleuchtet von Videobildern tropischer Fische, lebt Lucia in ihrer Traumwelt. Und hat einen Freund gefunden, den sie immer bei sich hat – deswegen muss die ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Claus Ambrosius
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Der dunkle Bruder des Ruhms ist das Vergessen. Josef Myslivecek, zu Lebzeiten in Italien als «il boemo» verehrt, angereichert gelegentlich sogar durch das Epitheton «divino», geriet nach seinem Ableben (1781 in Rom) sehr schnell in den Schatten Mozarts. Die Musikgeschichte verbog sich sogar zum Gerücht, er hätte beim Salzburger Genie abgekupfert. Dabei war’s eher...
Andrea Breth mit La Traviata
Es kommt nicht oft vor, dass Andrea Breth Opern inszeniert. Und wenn, dann muss das gesamte Umfeld stimmen. In Brüssel hat sie diesbezüglich bei Katja Kabanova gute Erfahrungen gemacht. Nun bringt sie dort Verdis La traviata heraus. Ein Stück nach Wunsch.
Franz Josef Selig
ist ganz ohne Frage einer der führenden Bassisten unserer Zeit....
