Warum? Wohin?
Gerade weil viele Liededitionen immer wieder dieselben Komponisten und Werke vorstellen, weckt die CD des österreichischen Baritons Wolfgang Holzmair mit weitgehend unbekannten, jedenfalls selten gesungenen Vertonungen von Hymnen und Oden Friedrich Gottlieb Klopstocks durch Carl Philipp Emanuel Bach, Gluck und Schubert besonderes Interesse. Weil man dem Unternehmen darum mit Sympathie begegnet, ist die Enttäuschung besonders groß. Holzmair, der auf der Opernbühne vor allem als Papageno in Erinnerung bleibt, hat seine beste Zeit hinter sich (und ist inzwischen vom Podium abgetreten).
Die Stimme klingt trocken, bricht im Forte ständig aus der Linie aus, so dass das Zuhören wenig Freude macht. Daran kann auch das kompetente Spiel des Pianisten Wolfgang Brunner auf Nachbauten zweier zeitgenössischer Hammerklaviere nichts ändern.
Ähnlich überflüssig ist die beim selben Label Gramola erschienene CD eines live in Seoul mitgeschnittenen Liederabends des koreanischen Baritons Siwoung Song, der, am Klavier souverän begleitet von seinem Lehrer Helmut Deutsch, neben Schumanns «Dichterliebe» Lieder von Mozart und Hugo Wolf singt. Songs Stimme klingt angenehm, ist technisch versiert, aber der Ton ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Uwe Schweikert
«Così fan tutte» gilt ja vielen als das schwächste Stück der Mozart/Da-Ponte-Trias. Warum es also nicht mal auf den Kopf stellen, weiterdenken, variieren? Calixto Bieito hat in Basel einen «Abend ... mit Musik von Mozart» serviert. Wer hingeht, weiß, dass er die Katze im Sack gekauft hat – und will die Katze auch.
Der Graben ist abgedeckt, das Portal mit einem...
Ein bisschen «heile Welt» will er an den Grienericksee zaubern, der Neue. «Reine Schönheit» suchen auf Schloss Rheinsberg, wo einst der junge Friedrich mit den Musen flirtete. Im Park und in dem zurückgewonnenen Theaterhäuschen des Preußenprinzen Heinrich. Seit Herbst 2014 leitet Frank Matthus die Kammeroper, jene Sommerwerkstatt für den Sängernachwuchs, die sein...
Unprätentiös, dramatisch zugespitzt und intim: Mit ihrem eklektischen, zwischen Schlichtheit und Komplexität oszillierenden Stil bringt die 42-jährige Komponistin Tansy Davies die besten Voraussetzungen für Lied und Musiktheater mit. Jetzt hat die Engländerin im Londoner Barbican Theatre ihre erste Oper vorgestellt. «Between Worlds» heißt das 90-minütige...
