Einer von acht
Am Ende stehen die Gewinner im Licht und die Verlierer im Schatten. Wie bei jedem Wettbewerb geht auch an Bord der MS Europa, beim ersten Sängerstreit auf hoher See, nicht alles allezeit spiegelglatt und gerecht zu, während Kapitän Jan Ackermann alle sicher von Venedig nach Barcelona schippert. Geschmacksfragen, Vorlieben funken wie immer dazwischen, ob sich eine Jury nun achtzig Kandidaten anhören muss oder nur acht wie in diesem Fall. Aber am Schluss, als die Preise vergeben sind bei der ersten «Stella Maris International Vocal Competition», geschieht etwas Außergewöhnliches.
Plötzlich singen Gewinner und Verlierer zusammen das Finale aus der «Fledermaus», schunkeln und prosten einander zu, und das strahlendste Solo übernimmt der größte Pechvogel, die Sopranistin Nadja Mchantaf aus Dresden, die sich gleich in der ersten Runde bei Puccinis «Musette»-Arie um einen Spitzenton versungen hatte und danach wegen Seekrankheit oder Halsentzündung ausgestiegen war. Und über allem schwebt, trompetenstark, die Stimme des Jury-Vorsitzenden, er wirft beim letzten «Duidu lala» triumphierend die Notenblätter ins Publikum wie ein Prinz Karneval das Konfetti.
Ein Dankeschön: Die First-Class-Gäste, ...
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Die Erkenntnis schlängelt sich durch die gesamte Weber-Literatur: dass die Paare Rezia/Hüon und Fatima/ Scherasmin wie Marionetten an den Fäden der zerstrittenen Elfenkönige Titania und Oberon bis in den Orient, bis nach Bagdad hinüber zappeln. Nur folgerichtig deshalb, dass der spätere Büchner-Preisträger Martin Mosebach in seiner zweiaktigen Neufassung des...
Pling! Klack! Schon während der ersten Dreiklangsschleifen der kleinen Horrorkammer-Oper weint der Schnürboden des winzigen Potsdamer Schlosstheaters versteinerte Tränen. Die Bühne ist leer und schwarz, gerade der rechte Resonanzkasten für Philip Glass’ ohrenfälligen Spuk nach einer Story des Gruselklassikers Edgar Allan Poe. Bleich geschminkte Gesichter schweben...
Nicht Fisch und nicht Fleisch muss «Il corsaro» für Giuseppe Verdi gewesen sein. Seine Meinung über die Byron-Vertonung schwankt. Zur Uraufführung, 1848 in Triest, fuhr er jedenfalls nicht. Verlagskuddelmuddel war hinzugekommen. Der «Macbeth» lag ein Jahr zurück, «Luisa Miller» stand noch bevor. Auf Kühnheiten wie in der Shakespeare-Anverwandlung warten wir im...
