Bieder, beengt
Die Geduld zahlte sich nicht aus: Achtundzwanzig Jahre hat man in Braunschweig auf diese «Lohengrin»-Neuinszenierung gewartet, doch zumindest szenisch blieb das Ergebnis unter dem üblichen Niveau des Staatstheaters.
Auf der Bühne sehen wir eine riesige Holzskulptur, halb Schwanenskelett, halb Trojanisches Pferd, die so gar nichts von Wagners silbrig-mystischer Märchenwelt vermittelt; entworfen hat sie der österreichische Künstler Gregor Zivic.
Viel Platz zum Agieren ist da nicht: In der Skulptur geraten die Choristen durch zahllose Schwellen aus dem Takt, davor werden sie durch einen zusätzlichen Bühnenrahmen beengt. Der Grund: Regisseur Michael Sturminger wollte, dass Elsa diesen «Lohengrin» aus der ersten Reihe eines Theaters erlebt, bis man sie selbst ins Geschehen zieht. Schleierhaft nur, was Elsa an dem biederen Herrn mit Honecker-Hut finden könnte. Auch die Chöre in Sportkleidung der Dreißiger wirken weder attraktiv noch bedrohlich. Da aber dieser ganze Ausflug in die Theater- oder Filmwelt nicht glaubwürdig ist, verpufft auch das an sich charmant gedachte bürgerliche Happy End: Elsa kehrt in die erste Reihe zurück, auch der Eis lutschende Gottfried findet sich dort ...
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