Editorial
Wie viele Opernhäuser braucht eine Stadt? Die Frage lässt sich nicht aufs Geld reduzieren. Sie hat genauso mit Ästhetik, Publikumsstrukturen und gewachsener Geschichte zu tun. Im Grunde ist sie eine nach der Aktualität der Gattung selbst. Und sie stellt sich als solche nicht nur in Berlin, wo die frisch gegründete Opernstiftung bereits ziemlich alt aussieht und die Zukunft nach wie vor ungewiss ist. Bis zu den Wahlen im Herbst soll, wieder mal, ein neues Konzept entwickelt werden. Auch Wien leistet sich drei Opernhäuser.
Das jüngste ist zugleich das älteste: das von Roland Geyer geleitete Theater an der Wien, das sich dem Repertoire von Monteverdi bis Mozart und der Moderne widmen will. Finanziert wird es vor allem von der Stadt. Die Subventionen für die alten Staatstheater sind dagegen seit langem eingefroren. Das bedeutet insbesondere, dass Rolle, Funktion und Legitimation der Volksoper immer wieder zur Diskussion stehen. In New York grüßen die beiden großen Operntempel vis-à-vis: ungleiche Brüder, die doch von ähnlichen Sorgen bedrängt werden. Sowohl der Met mit ihren knapp viertausend Plätzen als auch der City Opera mit immerhin knapp dreitausend Sitzen brechen die Besucher ...
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Als Offenbachs «Rheinnixen» 2002 in Montpellier konzertant «wiederentdeckt» wurden, glich das einer Sensation, die vom Publikum heftig gefeiert wurde. Nicht minder Aufsehen erregend war die erste szenische Wiederbelebung 2005 in Ljubljana – einhunderteinundvierzig Jahre nach der Uraufführung.
Jacques Offenbachs Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas...
Man liebt sich, man fetzt sich. Statt der üblichen Abgangsarie hören wir ein Duett. Poro und Cleofide fauchen sich an wie Katzen und werfen sich die reizenden Melodien an den Kopf, mit denen sie sich eben noch ihre Treue versichert haben. Kurz darauf, nach der Pause, sind beide wieder in zärtlichstem fis-moll vereint, largo und pianissimo. Und das ist auch nötig,...
Opern nach Shakespeares «Sturm» haben derzeit Hochkonjunktur: Die Uraufführung von Thomas Adès’ Vertonung liegt noch nicht lange zurück (siehe OW 4/2004 und 1/2006), da lässt Luca Lombardi mit «Prospero» in Nürnberg die gute alte Literaturoper wieder auferstehen (Libretto: Friedrich Christian Delius). Helmut Oehring dagegen nutzt in «Unsichtbar Land» mit dem...
