Sein oder Nichtsein

Valencia, Barcelona, Madrid: Wie Spaniens Opernhäuser demontiert werden

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Vergesst Barcelona, vergesst Madrid. Spaniens Kulturmetropole der Zukunft sollte in Valencia entstehen. Weg mit dem Ruch des Provinziellen, weg mit den Komplexen gegenüber den reichen Katalanen und den mächtigen Madrilenen. Endlich mal Spitze sein. Koste es, was es wolle. Hatte nicht Bilbao mit Frank Gehrys Guggenheim Museum vorgemacht, wie eine hässliche, darbende Industriestadt sich zum Mekka der modernen Künste aufschwang? Wäre doch gelacht, wenn die vergleichsweise wohlhabende Comunitat am Mittelmeer das nicht überbieten könnte.

So tickten Valencias Politiker, Banker und Bauunternehmer, als sie bei Stararchitekt Santiago Calatrava gleich eine ganze «Stadt der Wissenschaften und Künste» bestellten – mit einer Oper, diversen Museen, einem 3D-Kino und dem größten Seewasseraquarium Europas. Auf mehr als eine Milliarde Euro belief sich die Rechnung, als das ins ehemalige Bett des Ríu Turia geklotzte Prestigeprojekt 2006 endlich fertig war. Und jetzt?

Heute ist die Gigantomanie der kreditfinanzierten Boom-Jahre Geschichte. 100 Milliarden Euro hat die EU im Juli 2012 reserviert, um den Zusammenbruch der spanischen Großbanken zu verhindern. Nicht nur Valencia droht an den Schulden ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Albrecht Thiemann

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