Naive Liebe
Robyn Orlin, was für einen Grund kann es für eine Choreografin und Theatermacherin aus Südafrika geben, ausgerechnet an der Opéra Comique in Paris mit «Porgy and Bess» als Opernregisseurin zu debütieren?
Es war nicht mein erster Versuch. Zuvor habe ich «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato» an der Opéra National de Paris inszeniert, und in seiner Abstraktion war das Händel-Oratorium wahrscheinlich genau das richtige Stück, um im Musiktheater-Metier Fuß zu fassen.
Hier war ich nicht gezwungen, irgendeine Geschichte zu erzählen, sondern konnte mit dem Stoff sozusagen spielen. Anders bei Gershwin. Wenn Sie so wollen, war «Porgy and Bess» am Ende tatsächlich meine erste Opernarbeit.
Wer gab den Anstoß?
Ich wollte schon immer mal eine Oper inszenieren. Während der Arbeit habe ich mich intensiv um eine Auseinandersetzung mit den Strukturen der Oper bemüht und versucht, mehr über diese Kunstform zu erfahren. Ich denke, es war eher Brigitte Lefèbre, die Ballettchefin der Pariser Opéra, die mich letztlich beauftragt hat, als deren Direktor Gerard Mortier, der meine Arbeit weniger gut kennt. Ich achte Brigitte sehr. Sie hat sofort begriffen, was ich mit den Tänzern beabsichtigt habe.
Es gab ...
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Herr Spuck, was hat Sie bewogen, sich der Oper zuzuwenden? Ein äußerlicher Anlass? Innere Notwendigkeit?
Neugierde. Faszination eines Metiers, das ich schon immer mochte. Einer der Gründe, weswegen ich vor drei Jahren am Theater Heidelberg die Oper «Berenice» von Johannes Maria Staud inszeniert habe, war der Wunsch, intensiver an der Entwicklung der Bühnenfiguren zu...
Herr Pape, Sie haben als Knabe im Dresdner Kreuzchor oft vom Teufel singen müssen. Haben Sie als Kind auch an den Teufel geglaubt?
Ach wo, ich habe an den Teufel genauso wenig geglaubt wie an Gott. Der Teufel ist erst in mein Leben getreten, als ich ihn auf der Bühne dargestellt habe. Außerdem bevorzuge ich die Bezeichnung Mephisto. Das klingt nicht so negativ.
Ist...
Es waren Momente der Magie und des Staunens. Hinter der tschechischen Grenze, so glaubten wir Kinder, begann die Welt unserer Träume. Stunden verbrachten wir vor Märchenverfilmungen aus der CSSR, später entzückte uns Pan Tau, der Magier mit Melone, der die Menschen liebte. Und in der Schule begannen wir zu träumen, wenn der Musiklehrer Smetanas «Moldau» auflegte –...
