«Siegfried» für alle

Die «Ring»-Zyklen in München und Sofia schreiten voran – und kommen sich am dritten Abend überraschend nahe

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Gut 1000 Luftlinienkilometer liegen dazwischen, und was die Aufführungstradition betrifft, da ist die Entfernung gleich gar nicht mehr abzuschätzen. Wagner, das ist für die Bayerische Staatsoper Alltagsgeschäft, für die Oper Sofia der Ausnahmefall. Auch wenn dort seit 2010 pro Saison ein «Ring»-Stück gestemmt wird, so gleicht doch jede dieser Produktionen einer Uraufführung. Dabei gibt es mehr Gemeinsamkeiten als gedacht. Ein Jahr vor der Premiere startete man in Sofia mit den ersten musikalischen Proben für «Siegfried».

Als Deutsch-Coach und Wagner-Grammatiklehrer zeichnet Richard Trimborn verantwortlich, jener so kundige, penible Studienleiter, dessen Wirken vor allem mit dem Münchner Haus verknüpft ist. Und szenisch offenbarten sich ebenfalls Verwandtschaften.

Vom Gedankenüberbau halten beide «Siegfried»-Deutungen wenig. Unbelastet könnte man das nennen, naiv, im Falle Sofia auch notwendig. Der regieführende Intendant Plamen Kartaloff setzt mit Ausstatter Nikolay Panayotov auf einfache, einprägsame Zeichen. Grundelement ihrer Tetralogie, das ist wahrscheinlich nur noch in Sofia neu, ist ein großer, mit effektvollen Videos (Vera Petrova) beleuchteter Ring. Manchmal wird er ...

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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Markus Thiel

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