Drängende Gefühle?
Zu Händels Lebzeiten eine seiner meistgespielten Opern, hat der 1727 uraufgeführte «Admeto» bisher nur eingeschränkt vom großen Händel-Revival profitieren können. Zwar erschien schon in den siebziger Jahren eine Gesamtaufnahme auf historischen Instrumenten, doch eine Breitenwirkung ging von dieser Einspielung ebenso wenig aus wie von gelegentlichen Festival-Aufführungen (zuletzt vor drei Jahren der inzwischen auch auf DVD erhältlichen in Halle).
Erstaunlich ist das nicht nur wegen der überdurchschnittlichen Qualität der Musik, die sogar einige echte Ohrwürmer wie Alcestes «Luci care» enthält, sondern auch, weil in der Geschichte vom wankelmütigen König Admeto und seiner aufopferungswilligen Gattin Alceste eine ebenso zeitlose wie regietheatertaugliche Paarkonstellation steckt. Auf der einen Seite die starke Frau, die gegen die schwindende Liebe ihres Mannes ankämpft, auf der anderen ein Titelheld, dem trotz (oder wegen?) seiner Passivität und Labilität die Frauenherzen zufliegen. Ein Gegensatz, den Händel am Ende des zweiten Aktes auf die Spitze treibt: Während Alceste in zwei Arien emotional zu implodieren scheint, singt Admeto mittendrin sein «Ah, si, morró» – ein auf der Stelle ...
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