«Lebendiger Barock»
Sie war schon immer ein bisschen anders als die anderen. Hat sich um Erwartungen und Etikette nie geschert, wenn sie mit ihrer Alte-Musik-Kapelle im Halbkreis rockte. Und dabei Barockharfe, Psalter, Zink und Theorbe auf Forschungsreise schickte, um alles Mögliche zu suchen, um Neuland zu entdecken, nicht zuletzt für ihre CDs. Bei Monteverdi hat sie ein «Teatro d’amore» gefunden, auf der «Via Crucis» statt nobler Heiligenlegenden handfeste Sehnsuchts- und Klagetöne, aus Korsika oder aus Italien.
Und weil die Mischung aus Philologie und Performance stimmte, ist Christina Pluhar heute die erfolgreichste Bandleaderin der Originalklangbewegung. Offenbar auch eine weitherzige mater familias, in deren Künstler-Clan sich nicht nur die Mitglieder ihres Ensembles L’Arpeggiata, sondern auch viele Gäste aufgehoben fühlen, Nuria Rial etwa oder Philippe Jaroussky.
So war der Star-Counter sofort zur Stelle, als Pluhar ihn zu einem neuen CD-Projekt einlud – einer musikalischen Exkursion nach Südamerika. Denn die Tanzmusik Venezuelas und Paraguays, die Tangos Argentiniens und die Boleros Mexikos sind für Pluhar vor allem «lebendiger Barock». Überall hört sie da Bauformen des 16. und 17. ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 24
von Albrecht Thiemann
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