Sog der Finsternis

Nicht (mehr) von dieser Welt: Friedrich Haas’ neues Musiktheater «Koma» in Schwetzingen

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Wie kein anderer Komponist der Gegenwart hat sich Georg Friedrich Haas in seinem Schaffen einer am Übergang vom Licht zur Dunkelheit angesiedelten Musik verschrieben.  Dabei experimentiert er nicht nur mit der schattenhaften Abdunkelung der Klänge, sondern auch mit der Saalbeleuchtung. Bereits in dem groß angelegten Orchesterwerk «in vain» und in der Kammeroper «Die schöne Wunde» führte ihn die Suche nach einer Intensivierung des Hörens zur zeitweilig völligen Verdunkelung des Auditoriums.



In seiner jüngsten, wie bei den beiden vorausgegangenen Auftragswerken für Schwetzingen – «Bluthaus» (2011) und «Thomas» (2013) – erneut auf ein Originallibretto seines österreichischen Landsmannes Händl Klaus entstandenen Oper «Koma» radikalisiert er diesen Schritt und macht ihn zum Ausgangspunkt der Handlung. Zwei Drittel des pausenlosen, fast zweistündigen Stücks werden bei völliger Dunkelheit gespielt. Es gibt kein Licht auf der Bühne, keines im Graben, auch die Notausgangsleuchten sind ausgeschaltet. Die Komapatientin Michaela selbst sitzt im Publikum, ist als Person nicht identifizierbar und singt nur während der Dunkelheit. Der Rest des weitgehend statischen Geschehens wird teils als ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Uwe Schweikert

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