Unter Wert
Tschaikowskys einzige komische Oper basiert auf Nikolai Gogols ukrainischem Volksmärchen «Die Nacht vor Weihnachten» und wird selbst in Russland als Rarität gehandelt. Francesca Zambello brachte sie nun zur Vorweihnachtszeit erstmals in Covent Garden auf die Bühne. Der Komponist selbst hatte stets eine besondere Vorliebe für dieses Werk und nannte es einmal sogar seine beste Oper. Seine Uraufführung erlebte es 1876 unter dem Titel «Wakula der Schmied» am St.
Petersburger Mariinsky Theater; damals machte Tschaikowsky zunächst nicht die Inszenierung, sondern die eigene Partitur für den Flop der Oper verantwortlich. 1885 kam am Moskauer Bolschoi eine zweite Version unter dem Titel «Cherevichki» («Die Pantöffelchen») zur Aufführung, fand jedoch kaum größeren Anklang. Der ersten professionellen Produktion des Werks in Großbritannien sollte sich erst im Jahr 2004 die Garsington Opera annehmen. Hinzu kommt, dass es eine weitere Vertonung des Gogol-Stoffes durch Rimsky-Korsakow (1895) gibt, die Letzterer nahezu umgehend nach Tschaikowskys Tod im Jahr 1893 unter dem Titel «Die Nacht vor Weihnachten» komponierte.
Auch wenn Tschaikowsky weithin als der führende Vertreter unter den ...
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Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Panorama, Seite 44
von George Hall,Übersetzung: Marc Staudacher
Ausbrüche waren selten bei diesem Dichter der überlegten Überlegenheit und des ausgiebig gemessenen Wortes. Umso mehr dürfte der Freund Carl Friedrich Zelter überrascht gewesen sein, als er jenen Brief öffnete, welchen Johann Wolfgang von Goethe ihm am 24. August 1823 zusandte, nachdem er in einem Konzert die Stimme der Berliner Sopranistin Anna Milder-Hauptmann...
Pling! Klack! Schon während der ersten Dreiklangsschleifen der kleinen Horrorkammer-Oper weint der Schnürboden des winzigen Potsdamer Schlosstheaters versteinerte Tränen. Die Bühne ist leer und schwarz, gerade der rechte Resonanzkasten für Philip Glass’ ohrenfälligen Spuk nach einer Story des Gruselklassikers Edgar Allan Poe. Bleich geschminkte Gesichter schweben...
Russland sucht sich als Nation. Da müssen Ideen her. Einer schlug vor, mit sauberen Toiletten wäre schon viel gewonnen. Andere meinen, man brauche eine Oper mit historischem Sujet. Zum Beispiel der Popbarde Lew Leschenko. Der gewann den (einst innovativen) Regisseur Dmitri Bertman für das Vorhaben, Letzterer bat den Popkomponisten David Tuchmanow (Jahrgang 1940)...
