Masque ohne Mätzchen
Das Erlanger Markgrafentheater realisiert alljährlich ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Staatstheater Nürnberg und der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg. Das Repertoire ist zumeist barock, die Musiker sind vorwiegend jung, inszenatorisch geht es eher heiter zu. Nach Purcell und Gluck widmete man sich in diesem Jahr einer bis jetzt in den Archiven schlummernden Händel-Oper, dabei lud sich der scheidende Nürnberger Intendant Wulf Konold gleich selbst als Regisseur ein.
Für «Alceste oder Die Wahl des Herkules» erstellte die junge Dramaturgin und Theaterwissenschaftlerin Tina Hartmann eine neue, recht eigenständige Textfassung, denn das Original ist verschollen. 1749 beauftragte der Londoner Operndirektor John Rich Händel mit einem Werk für Covent Garden, den Text lieferte der damals überaus einschlägige Dramatiker und Satiriker Tobias Smollett. Kurz vor der Uraufführung bebte die Erde in und um London, das potenzielle Publikum floh aufs Land, und die Financiers zogen sich diskret zurück. Smolletts Text wurde nie gedruckt, Händel verwendete Teile seiner Musik in anderen Werken wie dem Oratorium «The Choice of Hercules».
Für die Erlanger Produktion hat sich Tina Hartmann bei diversen ...
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Neben und nach Wagner hatten es alle deutschen Opernkomponisten schwer. Auch für Parteigänger wie Peter Cornelius und Hugo Wolf blieb nur die Nische des musikalischen Lustspiels reserviert. Und Sinfoniker wie Brahms, Bruckner und selbst der als Operndirigent höchst erfahrene Mahler sind dem Musiktheater konsequent ausgewichen. Allein Schumann hat Wagner auf...
Seit Anfang des Jahres fixierten in der Londoner Untergrundbahn zwei auffällige Augenpaare eilige Hauptstädter und schlenzende Touristen: zwei Bilder, zwei Mädchen, kaum Frauen schon. Eine Lolita, mit lasziv halb geschlossenen Augen, vollroten Lippen machte herausfordernd Werbung für die neue «Salome» an der Royal Opera; ein selbstbewusst-traurig den Betrachter...
Ferruccio Busonis Hauptwerk «Doktor Faust», eine der wichtigsten Opern aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts, wird noch immer selten gespielt. Das liegt nicht zuletzt an den Schwierigkeiten einer sinnlichen Realisierung der Partitur, die viele Einflüsse von Wagner über Puccini bis Mahler verarbeitet und deren ausgefeilte Kontrapunktik sich mit zahlreichen...
