Opernhaus des Jahres
Gewiss hängen Wohl und Wehe eines Musiktheaterbetriebs nicht nur von der Person ab, die den Laden führt. Ohne motivierte Künstler, flexible Werkstätten, eine findige Technik und effiziente Verwaltung kann kein Intendant Funken schlagen. Oper ist bekanntlich Teamwork, doch gerade diese Binsenweisheit wird mal mehr, mal weniger beachtet.
Stefan Soltesz, seit 1997 gleichzeitig Intendant und Generalmusikdirektor des Essener Aalto-Theaters, hat seine machtvolle Doppelrolle im Pott von Beginn an genutzt, um seine Mitarbeiter immer wieder neu auf das gemeinsame Ziel einzuschwören, das da hieß: Wir spielen für die Region, und zwar volles Risiko, mit frischen Ideen, auf höchstem Niveau. Mit einem Strauss-Zyklus, bei dem unter anderen ein (damals) unbekannter Newcomer namens Michael Schulz Regie führen durfte, wies Soltesz Ende der neunziger Jahre den Weg. Talente wie Barrie Kosky und Stefan Herheim hatten in Essen längst inszeniert, als manches «große» Institut sie gerade entdeckte. Hinzu kommen ein Orchester, das konstant in Hochform spielt, und ein Ensemble, das von Wagner bis Weill, von Bellini bis Reimann mitzieht – das ist der Stoff aus dem die Erfolgsgeschichte an der Ruhr gemacht ...
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Der Sommer hatte soeben begonnen, da geschah das kleine Wunder: Im Seegebiet vor Rügens Kap Arkona wurde ein etwa zwölf Meter langer Buckelwal gesichtet. Ein Ornithologe habe das Tier zwei Stunden lang beobachtet und auf seiner verirrten Bahn durch das Meer verfolgt, hieß es in einem Zeitungsbericht. Warum er es tat, erklärte uns Unwissenden hernach ein richtiger...
Walter Braunfels (1882-1954) gehörte – neben Richard Strauss und Franz Schreker – zu den erfolgreichsten Komponisten der Weimarer Republik. Seine Aristophanes-Oper «Die Vögel», 1920 von Bruno Walter in München uraufgeführt, stand in den folgenden Jahren u. a. in Berlin, Stuttgart, Hamburg und Wien auf dem Spielplan. Im NS-Staat wurde Braunfels als «Halbjude» sofort...
Die deutsche Frage ist auch nach dem Ende des Kalten Krieges ein beliebtes Thema geblieben. Während sie politisch seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten kaum noch eine Rolle spielt, taucht sie in den ästhetischen Debatten der Kulturnation umso öfter auf. Zumal, wenn es im Land Bachs, Beethovens und Brahms’ um die Musik geht. «Von deutscher Seele» – so...
