Barockvergnügen
Nicola Porpora hatte bereits eine erfolgreiche Karriere in Italien hinter sich, als er 1733 von der mit Händels Opernakademie konkurrierenden Adelsoper nach London geholt wurde. Am Ende des gnadenlosen Wettstreits waren beide Unternehmen bankrott, Porpora ging nach Venedig zurück, Händel verlegte sich aufs Oratorien-Komponieren. In Erinnerung blieb Porpora als Gesangslehrer der berühmten Kastraten Caffarelli und Farinelli.
Für sie schrieb er 1735 die Partien des Ulisse und des Aci im Polifemo, der im winterlichen Ambiente des Schwetzinger Schlosses durch das Theater Heidelberg zur deutschen Erstaufführung kam. Mit dem begnadeten Melodiker und einfallsreichen Instrumentator Händel kann Porpora nicht konkurrieren, lässt eher durch expressive Rezitative und dramatische Accompagnati aufhorchen. Vor allem aber hat er seine Stars mit Bravourarien bedient, die an Geläufigkeit fast alles übertreffen, was man aus dieser Zeit kennt.
Glücklicherweise hatte die Schwetzinger Premiere gerade hier ihre Meriten. Der Countertenor Terry Wey demonstrierte in seinem melancholischen Dankgebet an Jupiter (Alto Giove), der berühmtesten Nummer der Oper, nicht nur eine perfekte messa di voce, sondern ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Uwe Schweikert
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Wer jetzt ein Haus hat, baut sich auch ein zweites. Oder das erste gründlich um. Soll es nun Liebeshöhle sein oder eine feste Burg? Soll es häusliches Glück bergen? Ist es ein Haus der offenen Tür? In Hannover steht erst einmal eine kleine Puppenstube vor dem roten Vorhang. Schließlich lässt Don Alfonso hier die Puppen tanzen. Er hat ja, wie man später sieht, noch...
Das Dortmunder Opernhaus ist eigentlich zu groß für frühbarockes Repertoire. Schon 2011 ließ Jens-Daniel Herzog deshalb für Cavallis L'Eliogabalo nur bis zur 16. Reihe Plätze vergeben. Bei Monteverdis Poppea, die er nun inszeniert hat, geht er in Sachen Intimität noch einen Schritt weiter und bittet das Publikum auf die Bühne. Ganze 270 Plätze sind auf zwei steil...
