Editorial

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Fast jedes Jahr das gleiche Bild: Wenn wir im Spätsommer fünfzig Kritiker aus aller Welt bitten, die zurückliegende Saison zu bilanzieren, kommt die Opernmetropole Berlin schlecht weg. Immer wieder löst das konzeptionelle, finanzielle und politische Chaos, das die drei Häuser der Hauptstadt begleitet, ungläubiges Kopfschütteln aus. Natürlich gibt es auch Licht: Die Strategie der Komischen Oper, sich mit einem frischen Ensemble und Mut zum Risiko als «Werkstatt eines zeitgenössischen Musiktheaters» aufzustellen, trug ihr 2007 den Titel «Opernhaus des Jahres» ein.

Die Staatskapelle der Lindenoper gilt als eines der besten Orchester des Landes, der Chor der Deutschen Oper ist blendend in Form. Kurz: Die Institute verfügen über immenses künstlerisches Poten­zial. Und doch überwiegen, betrachtet man die Berliner Opernlandschaft in toto, selbst zwanzig Jahre nach dem Mauerfall die trüben Farben. Noch immer ist es nicht gelungen, eine stabile Basis zu entwickeln oder klare Bedingungen und Ziele für eine gesicherte Zukunft zu formulieren.

Das hat mit dem Kleinmut von Politikern zu tun, die lieber Krisen verwalten, als mit Visionen auf einen Durchbruch zu drängen. Aber auch die Intendanten ...

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Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Vergriffen
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