Zu Hilfe! Zu Hilfe!
Die Bühnenstatistik bestätigt der «Zauberflöte» Jahr für Jahr den Dauerbrenner-Status. Dabei ist das Stück mit seinem langen zweiten Aufzug gar nicht leicht zu inszenieren. Und was tun mit den Dialogen? Kürzen? Umschreiben? Aufpeppen? Damit Papagenos Mundart-Witze nicht zu matten Schenkelklopfern verkommen, braucht’s mindestens ein gutes Gespür für Timing. Schließlich: Den Theatern dient das Stück als Goldesel, es muss sich im Repertoire behaupten können – und trotzdem sollte mehr drin sein als ein nettes Märchen.
Heidelberg, Osnabrück und Hamburg haben die «Zauberflöte» jetzt neu aufgelegt, mit ganz unterschiedlichen Ansätzen – und ganz unterschiedlichem Erfolg.
In Heidelberg setzt Maximilian von Mayenburg auf den ewigen Zwist von Mann und Weib. Zwar erwähnt der Regisseur im Programmheft die antike Vorstellung vom «Kugelmenschen», in der Mitte entzweigeteilt und seither verzweifelt auf der Suche nach seiner besseren Hälfte. Die Spielfläche ist denn auch eine Halbkugel. Eine größere Rolle spielt allerdings ein alttestamentarischer Topos: die Vertreibung aus dem Paradies. Während der Ouvertüre sehen wir «Adam und Eva» noch in seliger Eintracht. Zärtlich schmust Sarastro mit der ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Wiebke Roloff
«Who is Silvia? What is she ...» Und dazu die berühmte, frivol getupfte Klavierbegleitung Franz Schuberts: Kannte man das nicht anders, auf Deutsch? Dabei steht, man kann sich gar nicht satthören, dem Lied «An Silvia» der englische Originaltext aus «Twelfth Night», aus «Was ihr wollt» also, ganz ausgezeichnet. Vor allem gehört das Stück dringend auf ein...
Wohnungen in simplem Bauhaus-Kolorit sind beliebte Schauplätze in TV-Krimis. Irgendwann passiert der Mord, zum Beispiel im Schlafzimmer. Denn auch dem banalsten Raum – das wissen wir seit Alfred Hitchcocks Thrillern – kann ein Grusel innewohnen. Spätestens dann, wenn sich reale und surreale Perspektiven vermischen. So wie in dem Moment, wenn auf der Basler...
Der Film sei die Oper des 20. Jahrhunderts, weiß ein gern bemühtes Bonmot. Ganz falsch ist das nicht – auch wenn die vermeintlich sterbensbleiche alte Tante aus Florenz und Mantua sich nach wie vor bester Gesundheit erfreut. Was als Gesamtkunstwerk funktioniert, ist offenbar so schnell nicht totzukriegen. Egal ob es vor mehr als 400 oder vor gut 100 Jahren in die...
