Schau-Effekte und tiefere Bedeutung
«Andrea Chénier», Umberto Giordanos Revolutionsreißer im Verismo-Stil, enthält dramaturgisch keine Elemente, die ihn für eine Aufführung auf einer Seebühne prädestinieren. Desto bemerkenswerter ist das Gelingen der letztjährigen Bregenzer Produktion von Keith Warner (Regie) und David Fielding (Bühne), die ein Massenspektakel von hohem Schauwert und zugleich einigem Tiefgang geschaffen haben, das in der Aufführungsgeschichte des Werkes einen herausragenden Platz behauptet.
Denn selten wurde diese Oper, die man zumal in Deutschland vom Start weg mit einigem Naserümpfen zur Kenntnis genommen hat, in ihrer szenischen wie musikalischen Substanz so ernst genommen. Die mehrstöckige Szenerie wird bestimmt von einer riesigen dreidimensionalen Skulptur nach Jacques-Louis Davids Gemälde des ermordeten Revolutionsführers Marat. Auf dieser simultanen Bühne läuft ein nur gelegentlich zur Ruhe kommender, beinahe filmgemäßer grellbunter Bilderreigen ab, an dem neben Chor und Solisten auch zahlreiche Statisten und Artisten teilhaben. Bewegte Tableaus lassen die Zeit der Revolution lebendig werden.
Den starken Bildern kann man sich nicht entziehen, im Heimkino wird man dabei noch mehr Details ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 24
von Ekkehard Pluta
Nicht New York und schon gar nicht Mailand sei während der letzten Jahrzehnte der Nabel der Opernwelt gewesen, sondern Wien. Jedenfalls, wenn es um sängerische Spitzenleistungen gehe. Das sucht die Reihe «Wiener Staatsoper live» der Firma Orfeo immer wieder zu suggerieren. Mit der jüngsten Publikation, die Aufnahmen von Edita Gruberova präsentiert – ihr 65....
Denkbar unspektakulär, das Ganze. Einfach nah an Wort und Musik. Leicht stilisiert, immer aus der Körpersprache der Figuren lebend, Farben und Gesten genau setzend. So wie Christof Loy seit Jahren (fast) immer arbeitet. Bei seinem Berlin-Debüt hat der knapp fünfzigjährige Regisseur damit jetzt Ovationen ausgelöst, wie sie in Opernhäusern der Hauptstadt lange nicht...
Die Berichte über die Unruhen vom Abend des 12. Februar prangten noch auf den Titelseiten der Tagespresse, da waren die meisten Brandspuren schon wieder vom Syntagma- und Omonia-Platz in der Innenstadt Athens beseitigt. Nur 48 Stunden später spielten sich ganz ähnliche Szenen auf der Bühne des modernen Multiplex-Saales Megaron Mousikis ab: Transparente, geballte...
