Natürlichkeit ist harte Arbeit
Herr Terfel, Sie sind einer der erfolgreichsten Sänger überhaupt. Woher kommen die Gerüchte, Sie wollten Ihre Karriere aufgeben?
Vor einiger Zeit habe ich für ein Jahr meine Opernaktivitäten ausgesetzt, um mich auf Lied und Oratorium zu konzentrieren – Oper kostet viel Zeit. Und mit 45 war ich tatsächlich an einem Punkt, an dem ich darüber nachgedacht habe, mich ganz von der Bühne zurückzuziehen. Das habe ich damals allerdings öffentlich nie ausgesprochen.
Und zum Glück hat sich die Stimme so gut entwickelt, dass ich mich heute auf ganz unterschiedlichen Gebieten ausprobieren kann.
Sie möchten nicht zu viel arbeiten, oder!?
Genau. Ich bin ein lyrischer Bariton, singe in letzter Zeit aber viel Wagner. Das ist gar nicht leicht, denn es bedeutet, mit noch mehr Bällen gleichzeitig zu jonglieren. Es gibt auch etliche Rollen, mit denen ich mich nicht ganz wohlfühle. Scarpia in «Tosca» zum Beispiel ist mir nie leichtgefallen. Besonders im zweiten Akt liegt mir die Partei nicht besonders gut in der Kehle. Auch Don Giovanni hat mich nie sonderlich gepackt. Und Hans Sachs? Verteufelt anstrengend. Auch wenn man sich vornimmt, das nicht als Arbeit, sondern als pure Freude zu betrachten. Wagner ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Interview, Seite 38
von Kai Luehrs-Kaiser
Impressum
56. Jahrgang, Nr 11
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752283
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 12.10.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
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Was heißt musikalische Moderne? Ich will dieser Frage, angeregt durch das aktuelle Programm des Musikfestes und besonders durch den Schwerpunkt Arnold Schönberg, ein paar aphoristische Gedanken widmen. Eine kleine Etüde gewissermaßen, die den Begriff umspielt. Wie fast jede Etüde beginnt sie in einer festen Tonart, um sich dann für heilsame Verwirrung zu öffnen.
Eig...
